45. Scheckenclub-Vergleichsschau 2019 in Rheinberg.

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In Arbeit

44. Scheckenclub-Vergleichsschau 2018 in Königsmoos.

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Zum 100-jährigen Jubiläum erstmals die „Überregionale“ ausgerichtet

 

Bayrische Scheckenclub-Sektion Schwaben, machte sich ein sehr gelungenes Geschenk!

 

 

Vom 12. bis 14. Oktober 2018 führte der Weg für 158 Aussteller mit ihren 1263 Punktschecken in die Gemeinde Königsmoos in der Nähe von Ingolstadt zur 44. Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschau. Schon die Anfahrt  durch das größte Niedermoor Süddeutschlands mit den durch die Urbarmachung geprägten schnurgeraden und von Birken gesäumten Straßen war etwas Besonders und wird in Erinnerung bleiben. Allerdings sollten sich die Umstände, dass nämlich der bayrische Hauptclub seine Zusage für die Ausrichtung widerrief und die Sektion Schwaben als alleiniger Ausrichter nach vielen Gesprächen zwischen Arbeitskreis, verantwortungsbewussten Züchtern aus dem Verbandsgebiet und dem Vorsitzenden der Sektion Schwaben Richard Schuster auftrat, nicht unbedingt wiederholen. Anfängliche Skepsis wich rasch einem stark ausgeprägten Willen, das jährliche Highlight der Scheckenzucht einen angemessen Rahmen zu verschaffen. Lieber Richard, ich glaube hier im Namen aller Aussteller und Gäste sagen zu dürfen, dass dir das mit deiner Mannschaft sehr gut gelungen ist. Die Ausstellung hat sich nahtlos in die Reihe der großartigen Veranstaltungen der letzten Jahre eingereiht. Herzlichen Dank! Die schmucke und absolut tiergerechte Halle des Geflügelzuchtvereins Donaumoos mit dem angrenzenden Vereinslokal war Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung und alle Züchter und Gäste konnten im Umkreis von ca.12 Kilometern untergebracht werden. 

 

 

Neuer Standard schon „angekommen“!

 

Am Freitagmorgen lautete natürlich die spannende Frage: „Wie setzten die Obleute und Preisrichter den neuen Standard, der nicht einmal 14 Tage in Kraft war und bei den Punktschecken fundamentale Änderungen gebracht hatte, in der Praxis um?“ Bei der Überregionalen ging es weniger um die neu eingeführten „leichten Fehler mit höheren Punktabzügen“. Hier war man sich seitens der ZDRK Standard-Fachkommission und der Arbeitsgemeinschaft absolut einig, dass die hier beschriebenen Synonyme eher kleineren Schauen Aufrieb geben sollten. Dennoch… es wurde ein Tier mit einem Backenpunkt ausgestellt und absolut richtig mit einem höheren Punktabzug bewertet. Einige Male wurde auch das etwas übertriebenen Schaufertigmachen  -sei es am Hals oder an den Zeichnungsmerkmalen- richtig und nach der Intension des neuen Standards im Fellhaar und im Pflegezustand geahndet. Einige Male erfolgte der Abzug jedoch auch nur in Position 3. Die Befürchtung, dass durch das neue Punktesystem das  gute Fellhaar statt der „14“ nicht die „19“ bekommt und die prima Farbe statt der „10“ nicht die „15“ konnte ich nicht erkennen. Nun muss man aber auch festhalten, dass der überwiegende Teil der eingesetzten fünf Obleute und 20 Preisrichter Scheckenzüchter sind und den neuen Standard sicherlich leichter verinnerlichen konnten. Die nächsten Großschauen werden hoffentlich die Aufschlüsse bestätigen.

 

Attraktives Rahmenprogramm, ein Erfolgsgarant unserer Überregionalen 

 

Als älteste „überregionale Veranstaltungsgemeinschaft“ war man von Anfang an interessiert, nicht nur eine schöne Tierschau zu präsentieren und eine „Tauschbörse“ auf höchstem Niveau zu schaffen. Vielmehr sollte Freude und Interesse geweckt werden, dass sich die Züchter und vor allem auch deren Partner kennenlernen und auch über die Schau hinaus Kontakte pflegen. Deshalb wird regelmäßig größter Wert auf das Rahmenprogramm mit gemeinsamen Ausflug und zwei gemeinsamen Abenden gelegt, wobei sich in den letzten Jahren zunehmend der Freitagabend -egal ob er nun Klönabend oder altbayrischer Abend heißt- an Bedeutung gewonnen hat. In diesem Jahr führte der Tagesausflug in das nahegelegene Neuenburg, das von der Donau und der historischen Altstadt geprägt ist. Eine Stadtführung brachte die Sehenswürdigkeiten mit Residenzschloss, Hofkirche und Schlosskapelle näher, wobei für viele Besucher die historische Staatliche Bibliothek nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Anschließend ging die Bustour in das Gartencenter Dehner in der Nähe von Donauwörth. Bei strahlendem Wetter luden vor allem die großartig angelegten Parkanlagen und Gewächshäuser mit unterschiedlich gestalteten Bereichen zum Bummeln ein. Der eine brachte etwas für seine Sinne und der andere eine schönen Blume oder Pflanze mit nach Hause bzw. mit in die Donaumooshalle, wo nach Rückkehr schon die Bewertungsurkunden an den Gehegen hingen. Schließlich begann schon um 18.00 Uhr der altbayrische Abend rund 200 Gästen. Knusprig gegrillter Schweinebraten mit Knödel und Sauerkraut war exakt das Richtige, um bayrische Gastlichkeit zu unterstreichen und der spätere Obstler mit Gestensaft aus heimischen Brauereien vereinte Schausieger und „Geschlagene“. Zweifelsohne sorgten aber die „Finkenstoana Alphornbläser“ mit ihrem Auftritt in der Dämmerung des Außengeländes für einen unvergesslichen Ohrwurm. 

 

Eröffnung mit hochkarätigen und internationalen Gästen

Stolz und dennoch sichtlich bewegt konnte Sektionsvorsitzender Richard Schuster am Samstagmorgen eine große Schar von Ehrengästen und Züchtern begrüßen, die sich dicht gedrängt vor der Bühne der Ausstellungshalle eingefunden hatten und aufmerksam den einführenden Worten lauschten. Es war ihm eine besondere Freude, zunächst die Witwe des am 31.01.2018 verstorbenen „Clubpioniers“ Ottokar Drechsler mit einem Blumengebinde zu begrüßen. Im Gedanken an ihn wurde diese Schau auch als „Ottokar-Drechsler-Gedächtnisschau“ ausgerichtet. Ein besonderer Gruß galt dem Hausherren der Ausstellungshalle, dem 1. Vorsitzenden des Geflügelzuchtvereins Heinrich Brand, der Lokal- und Fachpresse ebenso wie allen anwesenden Trägern des Goldenen Schecken-Ehrenrings. Landrat Roland Weigert hatte sich trotz des heißen Wahlkampfes in Bayern entsprechende Zeit genommen und überlies die Begrüßungsworte dem Bürgermeister Heinrich Seißler, der seine Gemeinde vorstellte und später auch die Schau eröffnete. International ging es zu als die Aufmerksamkeit auf Ladislav Vokolek, dem Präsidenten des tschechischen Scheckenclubs, Salvomir Obsut, dem Präsidenten des slowakischen Verbandes und Danil Graf dem Präsidenten der „Schweizerischen Vereinigung Kleintierzüchter und Eisenbahner“ gelenkt wurde. Gerald Fröse, Schriftführer im Verband bayrischer Rasse-Kaninchenzüchter überbrauchte die Grüße des Landesverbandes zum Jubiläum und Josef Steinack als bayrischer Hauptclubvorsitzender erinnerte an die Anfänge der Scheckenzucht in Bayern und den Neuaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg mit weit bekannten Züchtern wie Heinrich Kuhn und Ottokar Drechsler. Viele gemeinsame Schauen „mit den Schwaben“ waren für Ewald Dietz, Vorsitzender des Scheckenclubs Württemberg, Anlass, an zurückliegende  Veranstaltungen zu erinnern. Schließlich wandte sich ZDRK-Präsident Bernd Graf an das internationale Publikum und blickte kurz auf die lange Geschichte der Rasse-Kaninchenzucht und die sich wandelnde gesellschaftliche Bedeutung zurück. Erfreut betonte er, dass Mitgliederschwund in den Clubvereinigungen kaum ein Thema sei. Lobend erinnerte er an die sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitskreis und der Standrad-Fachkommission zur Erarbeitung und Beschreibung der Standardtexte bei den Punktschecken-Rassen unter Beachtung des § 11b Tierschutzgesetz. Er wünschte den Ausstellern viele Fachgespräche zwischen den Gehege-Reihen und so zum „Marktplatz für Fachwissen“ würden.

Abschließend richtete der Leiter des Arbeitskreises Thomas Schmidt auch im Namen aller Aussteller lobende Worte an die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Ausstellungleitung, die unabdingbarer Garant für den Erfolg einer solchen Veranstaltung seien. Schließlich war es ihm vergönnt, die Laudatio auf den neuen Schecken-Ehrenringträger zu halten. Er erinnerte daran, dass dies die höchste Auszeichnung sei, die man für langjährige Verdienste um die Scheckenzucht erringen kann und seit 1999 vergeben werde. Ohne zunächst den Namen zu nennen hielt er die Laudatio. Der geehrte sei seit 1974 Mitglied in der Organisation und seit 1984 Club, verheiratet und habe zwei erwachsenen Kinder. Fast von Beginn an sei er bis heute Geschäftsführer und für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Bei bisher drei Überregionalen habe er verantwortlich im Ausstellungsleitungs-Team gearbeitet und auf der nächstjährigen Schau in Rheinberg sei er Ausstellungsleiter. 12 Jahre habe er als sehr engagiertes Vorstandsmitglied im Landesverband Rheinischer Rasse-Kaninchenzüchter gewirkt und sei dort für Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildung und Schulung zuständig gewesen. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe er auch zwei ZDRK-Tagungen mit organisiert. Zum 100-jährigen LV-Jubiläum hätte seine in Buchform erschiene Chronik große Beachtung gefunden, ebenso wie die Bundes-Rammlerschau in Rheinberg im Jahre 2011. Der Landesverband Rheinland habe ihm für seine besonderen Verdienste bereits zum „Altmeister“ ernannt. Obwohl er formell nicht mehr im Vorstand sei, unterstützte er nach wie vor regelmäßig den Landesverband, aber auch den heimische Kreisverband.  Ein weiterer  wesentlicher Aktionsbereich sei seine Presseberichterstattung in der Kaninchenzeitung. Während er früher mehr über das Landesverbandsgeschehen geschrieben habe, erstrecke sich heute sein Engagement eher auf überregionaler Basis. So sei er regelmäßig auf Bundesschauen Rasse-Berichterstatter und den Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen widme er seit vielen Jahren einen Artikel, der regelmäßig nicht nur das Interesse in Scheckenkreisen finde. Ebenso seien seine Fachbeiträge speziell zu Scheckenrassen hoch angesehen. Auch als Züchter sei er trotz einer sehr kleinen Zucht erfolgreich. Neben rd. 20 Landesmeister- und Siegertiteln und fünf Bundessiegertiteln habe er auch auf den „Überregionalen“ bereits alle möglichen Auszeichnungen errungen. Schließlich wurde Werner Winkens auch als sehr beliebter Züchter beschrieben, der diese hohe Auszeichnung aufgrund seines umfassenden Engagements mehr als verdient habe. Aus aktuellem Grunde ergänzte schließlich Präsident Bernd Graf diese Laudatio, dass der Geehrte bei der Fassung des neunen Standards als Fachberater der Standard- Fachkommission bei den Scheckenrassen sehr engagiert beteiligt gewesen sei  und mit umfangreichem Schriftverkehr, vielen Emails und zahlreichen Telefonaten großen Anteil an der heutigen Version habe und die Änderungen mit Günter Möller auch auf der DPV-Tagung in Niefern vorgestellt habe.  

Völlig überrascht und natürlich auch gerührt von der Ehrung, bedankte sich Werner Winkens bei den Clubs und beim Arbeitskreis für dieses Votum, das seit zwei Jahren aufgrund einer demokratischen Abstimmung erfolgt und dadurch nochmals eine Aufwertung erhalten habe. Ferner galt der Dank seiner Frau, die seine Aktivitäten nicht nur akzeptiere sondern voll unterstützte. Sodann erinnerte er an den ersten Ehrenringträger Heinz Andreas, der die Englische Schecken-Zucht wie kein anderer positiv beeinflusst habe und zu dem er damals als noch recht junger Züchter aufschauen durfte. Auch andere zumeist ältere Ehrenringträger seien inzwischen langjährige väterliche Freunde geworden. Mit Blick auf den Mitgliederschwund in der Rasse-Kaninchenzüchterorganisation hob er die Verantwortung seiner Generation hervor, sowohl junge Züchter motivierend an unser Hobby heranzuführen und die Lebensleistung der alten Zuchtfreunde durch gemeinsame Tiertransporte und Mitnahme zu Veranstaltungen zu würdigen. Die Tatsache, dass er als noch recht junger Züchter am heutigen Tage diese hohe Auszeichnung erhalten habe, müsse dies auch ein Anreiz für junge Leute sein, sich für die Rasse-Kaninchenzucht intensiv einzusetzen.

Im Anschluss gab es für alle Ehrengästen einen kleinen Sektempfang und Bernd Graf erläuterte den Interessierten anhand der Bewertungsurkunden die Rassekriterien.

 

Der Züchterabend 

Am Samstagabend strömten aus allen Himmelsrichtungen rund 230 Besucher in den wunderschön dekorierten und festlich beleuchteten Saal der Gaststätte Dafner in Schönesberg. Zunächst wurde ein äußerst vielseitiges, reichhaltiges und sehr schmeckendes Buffet angeboten, das nach den Begrüßungsworten von Richard Schuster leider von Vielen etwas übermotiviert regelrecht gestürmt wurde. Schon während des Essens und vor allem zwischen den Programmpunkten sorgte ein Discjockey für Unterhaltungsmusik. Unverwechselbar und „typisch bayrisch“ waren die gekonnten Schuhplattler- und Holzhackertänze des Heimat- und Volkstanzvereins Rain. Die aus Funk und Fernsehen bekannten „De junga Oidbachna“ pflegten „tiefbayrischen Mundartgesang“ mit Akkordeon und Posaune und die Zuhörer mussten erkennen, dass eine Überregionale in Bayern nicht ausreicht, jedes Dialekt zu verstehen. Natürlich wurden in zwei Blöcken auch die Hauptpreisträger der Schau geehrt, ebenso wie die Jubiläumspreisträger der Sektion Schwaben. Auch die Tanzfläche wurde beinahe so rege aufgesucht wie die Theke, und die feucht fröhliche gute Stimmung hielt bis nach Mitternacht an.

 

Ehre wem Ehre gebührt, die „hohen Preise“

 

Die Clubmeisterschaft als Mannschaftswertung auf die besten 12 Tiere eines Clubs ging an die Zuchtfreunde aus Hannover (1.169,5), punktgleich gefolgt von Westfalen und Bayern (1.167,5) und Baden und Württemberg-Hohenzollern (1.166,5). Die beste Gesamtleistung eines Züchters, vergeben auf 6 Tiere, zeigte Jens Jadischke (RSch, 584,5), gefolgt von Michael Löhr (ESch, schw-weiß, 584,5), Erik Büscher (ESch, schw-weiß, 583,5), Wolfgang Knuth (ESch, schw-weiß, 582,5) und Jörg Stünkel (KlSch, schw-weiß, 582,5). Unter den gleichen Kriterien wurden fünf Ottokar Drechsler Gedächtnispreise an folgende Züchter verliehen: Michelle Lengert (ESch, thü-weiß, 582,5), Ralf Conzelmann (DRSch, schw-weiß, 582), Franz Josef Neumann (DRSch, schw-weiß, 582,0), Stefan Rottauscher (RhSch, 582,0) und Hans Peter Kähling (DRSch, schw-weiß, 581,0).  Letzterer zeigte mit 98,0 Pkt. auch den besten Rammler der Schau und die beste Häsin hatte Jens Jadischke  (98,0 Pkt.).  Die Rassemeister und -sieger werden im weiteren Bericht genannt.

 

 

 

Rassekritik:

Im Folgenden versuche ich neben der eigentlichen „Rassekritik“ auch die eine oder andere Änderung des Standards hervorzuheben, damit die Neuerungen vertrauter werden.

 

 

Deutsche Riesenschecken

 

Die Deutschen Riesenschecken, schwarz-weiß, haben sich mit Beschickungszahlen jenseits der 200er-Marke (in diesem Jahr 229) zur deutlich beliebtesten Rasse und auf hohem Niveau etabliert. Selbst der extreme Sommer mit langen heißen Perioden tat dem kaum Abbruch und selbst Tiere von April übertrafen die 6 kg deutlich. Dennoch ist unbestritten, dass gut 7 kg angestrebt werden sollten, um den gewünschten Typ des Riesenkaninchens zu verkörpern. Dies stellt „durch die Bank“ und erst recht in der Spitze überhaupt kein Problem dar. Eng mit der Körperlänge verbunden ist auch die anstrebenswerte Ohrenlänge von 17 cm und mehr. Die Länge ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sollte die kräftige Struktur und die V-förmige Tragweise angestrebt werden. Letzteres kann in der Breite noch verbessert werden. In gleichem Maße gilt dies für die Läufe und vor allem für den gewünschten kurzen Auftritt. In Position 2 sah man die besten Tiere in der Zucht von Franz Josef Neumann (3x19,5). Prima Gewichtsrahmen und tolle Ohrstrukturen mit einer Länge von bis zu 19 cm waren eine Augenweide. Seine Siegerhäsin setzte dem noch mit einem 19,5er Fellhaar und 98 Pkt. die Krone auf. Mit 485,5 Pkt. behauptete er sich knapp vor Hans Peter Kähling, der mit 485,0 Pkt. folgte und Ralf Conzelmann mit 484,5 Pkt. In diesen beiden Zuchten waren ähnliche äußerst positive Merkmale ausgeprägt. So wurde das beste Tier von Hans Peter Kähling auch zum besten Rammler der Schau gekürt und war mit 98 Pkt. einfach nur eine „Granate“ - herzlichen Glückwunsch zu so einem Spitzentier! In diesem Zusammenhang darf auch der Siegerrammler von Karl Heinz Mielich mit 97,5 Pkt. genannt werden. Im Fellhaar zeigten die Preisrichter -im Übrigen in allen Rassen- großes Fingerspitzengefühl und beurteilten die witterungsbedingt kaum fertigen Tiere an ihren besten Stellen, so dass in der Regel die „18,5“ bzw. „19“ vergeben wurde, wobei auch hier den Tieren von Franz Josef Neumann die besten Noten erteilt wurden. An dieser Stelle ist zum Rassewert einmal anzumerken, dass dieser mit neuen Standard grundsätzlich für alle Punktscheckenrassen möglichst angeglichen worden ist und es mit Ausnahme der ESch nur noch eine gewünschte Seitenfleckenzahl gibt, nämlich 4 bis 9. Ferner wurde die gewünschte Größe der Seitenflecken realistisch an die Körpergröße der Rasse angepasst und 1:1 auf die Aalstrichbreite übertragen. Bei Durchsicht der Tiere fielen mir in vielen Zuchten ausgesprochen gute Kopfzeichnungen auf. Tiere mit „Spritzern“ sieht man eigentlich in allen Scheckenrassen auf diesem Ausstellungsniveau fast nicht mehr. Hin und wieder waren die Augenringe etwas grob. Dennoch wurde zu Recht im Schnitt die 14,5 vergeben. In der Rumpfzeichnung wird die Vergrößerung der Spanne der gewünschten Punkteanzahl sicherlich auch eine Erleichterung darstellen. Augenmerk sollte deshalb eher Wert auf die etwas bessere Verteilung auf den Schenkeln gelegt werden. Insgesamt wurden immerhin sieben Tiere ist einer 15 herausgestellt. Ein Tier von Jens Jadischke hatte die „15/15“ in Kombination der Pos. 4 und 5. Farblich gibt es kaum noch etwas zu verbessern. Besonders gefielen mir diesbezüglich die Tiere von Ralf Conzelmann. Neben den Genannten stellte die ZGM Holzer/ Schneider drei v-Tiere, Walter Gruber, Alfred Freudemann, Werner Magg und Michael Völkl je zwei v-Tiere und Jens Jadische, Holger Dahlem, Ludwig Maier, Christian Höger, Manuel Niedermaier, Mario Pfeifer, Andreas Sensch je ein v-Tier aus.

 

 

39 Rassevertreter bei den Deutschen Riesenschecken, blau-weiß, stellten leider einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar, was wohl auch qualitativ vielleiht daran gelegen hat, dass die beiden Erstplatzierten des Vorjahres fehlten. Dennoch, was in der Spitze geboten wurde, war vom Feinsten und wenn ich im vergangenen Jahr schrieb, dass ich in Wallmerod die wohl besten Rassevertreter seit Jahren gesehen habe, hatte sich dieses Niveau stabilisiert. Wer z.B. den Siegerrammler (97) von Hermann Abeling mit 7,5 kg und einem geradezu „gewaltigen“ Kopf mit einem 19er Ohr sowie die in allen Positionen sehr schöne Siegerhäsin (97) von Ewald Dietz gesehen hat, wird erkennen, was für ein Potential vorhanden ist. Es fehlt lediglich an der breiteren Aufstellung des Farbenschlages. In der Meisterschaft setzte sich Ewald Dietz mit 483,0 Pkt knapp gegenüber Marcus Kling mit 482,0 Pkt. durch. Einige Tiere von Ewald Dietz überzeugten auch mit tollen Zeichnungsmerkmalen wie kleinen Augenringen und Backenpunkten und freistehenden Seitenflecken. Dagegen hatten die Tiere von Marcus Kling die etwas sattere Farbe, sicherlich auch hervorgerufen durch die etwas gröberen Zeichnungsmerkmale. Diese Wechselwirkung muss man in der Scheckenzucht einfach in Kauf nehmen. Obwohl die Tiere des Drittplatzierten Robert Hack (479) formlich und in der Rumpfzeichnung etwas abfielen, setzten sie im Fellhaar den Maßstab. Diese ist gerade bei den Punktschecken ein sehr sehr wichtiges Kriterium, damit die Zeichnungsmerkmale deutlich und abgegrenzt in Erscheinung treten. Im alten Standard waren die Formulierungen in den einzelnen Rassen noch unterschiedlich. Nunmehr wurde für alle Rassen eine -so glaube ich- sehr gut einheitliche Formulierung gefunden: „Das Fellhaar ist dicht und gleichmäßig. Die in Relation zur Fellhaarlänge wenig überstehende Begrannung ist fein und gleichmäßig.“ Die sehr gute Rassedarstellung wurde durch ein v-Tier von Christian Högler abgerundet.

 

Mein positives Resümee der nicht so verbreiteten Farbenschläge bei Deutschen Riesenschecken setzt sich bei den 36 havannafarbig-weißen Rassevertretern fort. Der Gewichtsrahmen entspricht inzwischen dem des schwarz-weißen Farbenschlag und 7,5 kg sind stark verbreitet. Auch Körperform und Bau und vor allem Stellung waren eine Augenweide. Die kräftigen Läufe und prima strukturierten Ohren waren vielfach einfach nur Klasse. Ich meine, noch nie auf einer Überregionalen von einem Züchter zwei „97,5er“ gesehen zu haben und dies mit je einer „15“ in der Rumpfzeichnung. Tolle Leistung, Thomas Grabner! Natürlich machte eines der Tiere mit 8 kg Gewicht auch den Sieger. Als erster Rassemeister erzielte er mit 481,5 Pkt. Das gleiche Ergebnis hatte Walter Gutheber als Zweiter. Seine Tiere standen dem vor allem in der Breite nicht nach und seine Siegerhäsin (97) imponierte mir typmäßig… auch beim Fotografieren! Mit 479 Pkt. und einem v-Tier folgte Thomas Hengeler auf dem dritten Platz. In der Kopfzeichnung mit den im neuen Standard klar gegliederten Zeichnungsmerkmalen Schmetterling, Augenringe, Backenpunkte und Ohrenzeichnung gibt es jedoch noch vergleichsweise deutliches Verbesserungspotential, denn nur zwei Tiere erhielten hier die volle Punktezahl. Vor allem der gleichmäßig breit geforderte  Augenring sollte noch gefestigt werden. Andererseits beeindruckten bis auf ganz wenige Ausnahmen die Tiere mit intensiver dunkelbrauner und mit gutem Glanz versehener Farbe. Thomas Hengeler stellte auch noch zwei homozygote DRSch, havannafarbig aus, die 94,5 bzw. 96 Pkt. machten. 

 

 

Rheinische Schecken

 

 

Als Rheinländer freut es mich sehr, wieder eine tolle, 130 Tiere umfassende Konkurrenz bei den Rheinischen Schecken gesehen zu haben. Vor allem ist dies dem Zusammenwirken von Fellhaar und Farbe geschuldet. Hier hat sich in den letzten drei/vier Jahren eine tolle Entwicklung zum Vorteil der Rasse vollzogen. In diesem Zusammenhang ist mir natürlich auch aufgefallen, dass einer der „Väter“ der Rasse, nämlich unser geschätzter Ehrenringträger Heinz Öhrlich auf dieser Schau sieben Tiere mit einem 19er Fellhaar und ein Tier mit einem 19,5er Fellhaar ausstellte. Da sollte doch noch jemand sagen, dass sich „alte Bäume nicht verpflanzen“ lassen!? Ein Merkmal, das im alten Standard völlig überholt war, war die Forderung nach einer (nur) gelben Farbe. In der überwiegenden Zahl der Zuchten sieht man heute „satte“ Gelbtöne, so dass folgerichtig die neue Formulierung lautet: „Die gelbe Zeichnungsfarbe kann von hellem Gelb bis zu sattem Gelbrot variieren, wobei die satte Farbvariante angestrebt werden sollte.“ Wichtig ist aber auch noch der Nachsatz, dass je heller der Farbton ist, die Wildfarbigkeitsabzeichen umso deutlicher zum Vorschein kommen. Auch die Forderung nach einem annährend gleichen Anteil der schwarzen und gelben Farbe ist neu du in allen Scheckenrassen mit Dreifarbigkeit vereinheitlicht. Mit diesen Merkmalen setzten die Tiere von Jens Jadischke Maßstäbe. Kein anderer Aussteller, schaffte 8x die „15“ in der Farbe und zusammen mit 8x 19er Fellhaar waren seine Tiere diesbezüglich eine Klasse für sich. Wenn dann noch Körpeerform, Typ und Bau passen, darf auch schon mal völlig zu Recht ein „98,5“ für das bestes Tier der Schau vergeben werden. Mit grandiosen 487,5 Pkt. wurde er ferner nicht nur erster Rassemeister sondern belegte auch in der Gesamtwertung den ersten Platz mit 584,5 Pkt.. Ferner machte seine Siegerhäsin auch noch stattliche 98 Pkt. Keineswegs „verblassten“ dahinter andere Zuchten! Rosemarie Schrapp kam als Zeitplatzierte ebenso wie Stefan Rottuscher als Drittplatzierter auf tolle 485 Pkt. Auch hier wurde in beiden Zuchten die Basis über die Positionen 2 und 3 gelegt. Allerdings bevorzugt Jens Jadischke den etwas gestreckteren Rassetyp. Die Kopfzeichnung ist in vielen Zuchten gefestigt und fast alle Tiere erzielten die „14,5“ oder „15“. Bei der Rumpfzeichnung ist das schon deutlich anders und man stellt noch recht häufig Abstufungen für etwas grobe und seltener für leichte Seiten fest. Die „15/15“ als Traumnote wurde nur in den drei Spitzenzuchten insgesamt fünfmal erzielt. Aber auch Züchter wie Andre Fink, Gerhard Sparboth und Frank Holz erzielten mit zwei v-Tieren und Patrik Leist, Winfried Kalowski und Hans-Dieter Waldraff  mit je einem v-Tier hervorragende Ergebnisse.   

 

Kleinschecken

 

Bei 133 Kleinschecken, schwarz-weiß, setzten sich die Zuchten durch, die auch in den vergangenen Jahren führend waren, wobei ich da nicht unbedingt nur die drei Erstplatzierten sehe. Auch jemand, der stets ein/zwei v-Tiere stellt, ist ein nach meiner Anschauung „Führender“. Eine Diskussion um den Gewichtsrahmen möchte ich nicht mehr führen, weil sich die Arbeitsgemeinschaft mit großer Mehrheit für die Beibehaltung des Rahmens bis 3,75 kg ausgesprochen und die ZDRK Standard-Fachkommission sich aus wohl überlegten Gründen dem angeschlossen hat. Insofern suggeriert der Artikel in der Kaninchenzeitung Nr.8/2018 Seite 22/23 mit einer Forderung nach Tieren von 3,8 bis 3,9 kg und großen Seitenflecken allenfalls die Meinung einer Minderheit. Dass gedrungene Tiere mit kurzem Kopf, kräftigen Läufen und Seitenflecken von ca. 2 cm Durchmesse im ZDRK stark verbreitet und stabilisiert sind, konnte man hinreichend bei vielen Züchten und Zuchten sehen, die sich an der diesjährigen „Überregionalen“ beteiligten… auch bei Denjenigen, die sich regelmäßig an den lobenswerten Scheckenfreundschaftstreffen in der Slowakei und in Tschechien beteiligen! Bei den Kleinschecken sehe ich eher das Problem, dass in einigen Zuchten das etwas lange Fellhaar kräftige Kopf- und Ohrstrukturen sowie Läufe vortäuscht. Jedenfalls gefielen sowohl dem Obmann als auch den Preisrichtern sehr viele typvolle Kleinschecken mit vielfach ausgezeichneten Rassemerkmalen, sodass für die Erstplatzierten Jörg Stünkel (486 Pkt.), Jürgen Hansert (485 Pkt.) und Anne Feegers (484,5 Pkt.) auch tolle Punktezahlen zustande kamen. Dabei zeigte der Siegerrammler von Jörg Stünkel als einziges Tier in der Konkurrenz eine 19,5 in Pos. 2. Während die Tiere der beiden Erstplatzierten leichte Vorteile in Pos. 2 hatten, zeigte Anne Feegers farblich die schönsten Tiere. Hervorzuheben ist ferner, dass alle drei Züchter je 2 Tiere mit einer 15er-Seite hatten. Das war schon Klasse! Ebenso gut gefielen mir die Tiere der ZGM Schreiber mit großen Stärken in „Form und Fellhaar“ (1x 97,5 und 2x 97 Pkt.). Darunter war auch die hochfeine Siegerhäsin. Ferner kamen zwei v-Tiere von Alfred Menzel und je ein v-Tier hatten Kurt Vierheller und Eckard Sattler. Die Rasse abschließen möchte ich nicht ohne Anmerkung zu einzigen Tier auf der ganzen Schau, dass mit einem der im neuen Standard formulierten „Leichten Fehler mit höherem Punktabzügen (2,0 Pkt. oder mehr)“ bestraft wurde. Persönlich habe ich nicht damit gerechnet, dass ein solches Tier auf einer solchen Schau ausgestellt würde. (PS.: Ich habe den Züchter aber auch nicht gefragt, ob er dies übersehen hatte!?).

 

 

46 Kleinschecken, blau-weiß, boten eine quantitativ und qualitativ gute Konkurrenz, obwohl der Gewinner der letzten beiden Jahre nicht am Start war und auch nur ein v-Tier vergeben wurde. Als Schwachpunkt musste man ausweislich der Bewertungsergebnisse die Pos. 2 ausmachen. Teilweise waren die Tiere etwas schmal und auch nicht immer abgerundet. Auch die Ohrstruktur ließ in einigen Zuchten etwas zu wünschen übrig. Formlich schnitten die Tiere des Drittplatzierten Franz Holz (480,5) noch am besten ab und auch beide Sieger der ZGM Michaelis und von Jürgen Hansert überzeugten mit je 97 Pkt. und 19/19 in „Form und Fell“. Das Fellhaar wurde hingegen auf breiter Ebene von seiner besten Seite gezeigt und in den Zuchten von Sonja Biesinger und der ZGM Michaelis sah man durchgängig bei allen Tieren die „19“. Darüber hinaus machte ein Tier von Alfred Menzel gar 19,5 in dieser Position. Auffallend -und zwar positiv- war für mich ferner in der Zuchtlinie Michaelis die Einheitlichkeit der Zeichnungsstruktur. Zwar waren einige Tiere in den Augenringen und auch in den Seitenflecken eine Nuance zu grob, hatten aber keine nennenswerten Fehler bei satter Farbe. Das war eine rundum schöne Vorstellung, die mit 482,0 Pkt. und dem ersten Platz belohnt wurde. Jürgen Hansert hatte über alle Positionen gesehen die ausgeglichensten Tiere und kam mit 481 Pkt. auf den zweiten Platz. Farblich erschienen die blau-weißen KlSch stark verbessert. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass im neuen Standard ausdrücklich weiße Grannenhaare, die  angrenzend an den Zeichnungsmerkmalen in diese hereinragen, keinen Fehler darstellen. Dies ist eine Entscheidung im Sinne des Tierschutzes und macht Schaufertigmachen in den Übergangsbereichen zwischen Grund- und Zeichnungsfarbe nicht mehr erforderlich. 

 

Mit 49 Kleinschecken, havannafarbig-weiß, hat dieser Farbenschlag einen festen Züchterstamm gefunden, der seit Jahren scheinbar „unantastbar“ von Michael Löhr und Jörg Stünkel dominiert wird. Mal was dieser vorne, mal jener. Dagegen war der dritte Platz stets „umkämpft“. Die genannte Reihenfolge auf den ersten beiden Plätzen hat sich auch in diesem Jahr bestätigt. Michael Löhr erzielte 484 Pkt. und Jörg Stünkel 483,5 Pkt. und der dritte Platz wurde diesmal mit 483 Pkt. von Armin Sirth belegt, so dass man durchaus von einer engen Konkurrenz sprechen durfte. Auch einige der anderen Aussteller hatten zumindest ähnlich gute Tiere bzw. nur nicht fünf gleichwertige. So gefielen mir die vier von Alfred Menzel ausgestellten Tiere mit Bestnoten im Fellhhaar. Josef Firk hatte einige Tiere mit tollen Rumpfzeichnung (3x15) und die ZGM Regen/Bötz durfte mit der Bewertung in den Pos. 2 und 3 zufrieden sein. Die Grundeigenschaften der Tiere der beiden Spitzenreiter haben sich in den letzten Jahren kaum geändert. Nach wie vor hat Jörg Stükel die etwas voluminöseren Tiere mit etwas besseren Typen. An der Spitze stand hier in diesem Jahr sein Altrammler mit einer 19,5 in Pos.2, der mit 97,5 Pkt. auch den Sieger machte. Hingegen hatten die Tiere von Michael Löhr mit 7x 15 in der Kopfzeichnung ein herausragendes Merkmal und die Aalstriche waren vom Feinsten. Auch die Tiere von Armin Sirth hatten eher ihre Stärke  in Form und Fell und sein v-Tier war im Rassewert ganz prima. Insgesamt sehe ich die Rasse breiter und besser aufgestellt als noch vor Jahren!

 

 

Englische Schecken

 

Nein, es war kein Geschenk an die Rasse des Jahres 2018! Die Klasse der 138 Englische Schecken, schwarz-weiß, war für den Betrachter begeisternd und beeindruckend. Das galt einerseits für die absolute Spitze, andererseits aber auch für mindestens sechs bis sieben andere Zuchten. Wie sagte mir ein Züchter: „Da hätte man von den 138 Tieren ja kaum ein Tier daheim lassen können.“ Insgesamt erzielten 35 Tiere oder rd. 25% ein vorzügliches Prädikat, wovon 19 Tiere auf die drei Erstplatzierten entfielen. Man darf auch lobend feststellen, dass Preisrichter und Obmann „Linie behielten“ und wenn eben vier oder fünf herausragende nacheinander auf Tiere auf den Tisch kamen, lag die Entscheidung nur zwischen 97 und mehr. Dies traf in erster Linie zu, als die Tiere von Michael Löhr, Erik Büscher und Wolfgang Knuth bewertet wurden. In dieser Reihenfolge wurde auch die Meisterschaft mit 487,5 bzw. 486,5 und 485,5 Pkt. entschieden. Aus der Ferne über vier Preisrichtertische betrachtet, sah man häufig fantastische Typen mit einem tollen etwas höheren Stand (neu im Standard), was unstrittig den leicht gestreckten Körper betont und die Ästhetik der Rasse steigert. Dennoch wurde auch hier sehr wohl differenziert, denn nicht einer der Spitzenzüchter erhielt durchgängig die „19“ in Position 2 und im Fellhaar schaffte dies „nur“ Wolfgang Knuth, der ohnehin seit Jahren hier Maßstäbe setzt. Hier hat Michael Löhr prima „nachgelegt“ und seine Tiere zeigten fantastische Farbe auf der Blumenoberseite. In der Kopfzeichnung wurde zu Recht vielfach die „15“ vergeben, denn wo keine Fehler sind sollte man sie auch nicht suchen oder 14,5 ohne Anmerkung schreiben. Hier hoben sich die Tiere von Erik Büscher noch etwas aus der breiten Klasse ab. Zu erwähnen ist aber auch, dass die Preisrichter in dieser Gruppe natürliche Erscheinungsformen wie z.B. den kleinen Stirnbüschel und ein paar Grannenhaare in den Übergangsbereichen standardgerecht akzeptierten. In der Rumpfzeichnung zeigten alle drei Züchter tolle Tiere mit leicht gewölbten und fein punktierten Ketten, die nahtlos in die Seitenflecken übergingen (…im neuen Standard im Gesamtbild zutreffend „dem Füllhorn ähnelnd“ beschrieben). Lenden und Schenkel waren auch ohne Häufung und ohne Lücken gleichmäßig punktiert, was in anderen Zuchten noch einige Problem darstellt. Beeindruckend war, dass bei solch relativ feiner Punktierung die gewünschte Aalstrichbreite von etwa 2 cm gefestigt war und die farblichen Anforderungen erfüllt wurden. Durchsetzte Ohrränder oder melierte Blumenoberseiten hatten auch in anderen guten Zuchten Seltenheitswert, so dass in Farbe fast regelmäßig die „14,5“ bzw. „15“ stand. Nicht verwunderlich ist, dass bei einem solchen Zuchtstand die beiden Siegertiere in fester Hand der Genannten waren. Die Siegerhäsin kam mit einer 19,5 in Pos.2 und 97,5 Pkt. von Erik Bücher und der Siegerrammler ging mit stattlichen 98 Pkt. an Michael Löhr. Mit mehr oder weniger deutlichem Abstand zu diesen Zuchten konnten die Tiere von Werner Winkens (3x v),  Hermann Schophuis, Franz-Josef Temme und Franz Parsch (je 2x v) und Jean-Claude Kormann, Konrad Leibold, Louis Sonnabend, Florian Köbert, Dietmar Klotzschke, Jürgen Oßwald, Erik Mücke mit je einem v-Tier mithalten. Klaus Wenzel stellte zwei homozygote Tiere mit 95,5 und 96,5 Pkt.

 

 

Meine prima Eindrücke von der Entwicklung der 80 Englischen Schecken, blau-weiß, in den beiden letzten Jahren setzten sich nach einem vorangegangenen „Durchhänger“ zweifelsohne fort. Dies gilt vor allem für die farbliche Stabilisierung bei verbreitet hervorragenden Fellhaareigenschaften. Immerhin erhielten rd. 70 % der Tiere eine 19 in Pos. 3 und nur drei Tiere erhielten Abzüge von 1,5 Pkt. für leichte Durchsetzungen der Zeichnungsfarbe. Wie eigentlich bei allen Farbvarianten der Englischen Schecken gab es auch bei den blau-weißen Tieren keine Probleme, den Gewichtsrahmen von 2,5 bis 3,25 einzuhalten. Zu erwähnen ist allenfalls -und dies als Rat für Diejenigen, die glauben, einige 100 Gramm „aufpacken“ zu müssen- sollten sich die großrahmigen, kräftigen und farbintensiven Tiere von Michael Weimer anschauen. In Kombination von „Form und Fell“ erzielten die Zuchten von Eberhard Krüger, dicht gefolgt von der ZGM Turk/Heidemann, die besten Ergebnisse und belegten schließlich mit jeweils 482,0 Pkt. auch den zweiten und dritten Platz in der Rassemeisterschaft. Etwas überrascht war ich beim Blick auf die Bewertungsurkunden, dass nicht ein Tier aus beiden Zuchten eine 15er  Kopfzeichnung machte. Andererseits sah man die Bestnote hierfür sechsmal bei Marille Lengert, deren Tiere zweifelsohne im Rassewert ihre Stärke zeigten. Sie verteidigte damit ihre Rassemeisterschaft aus dem Vorjahr mit 483,5 Pkt. Auch die Siegerhäsin kam mit 97 Pkt. aus ihrer Zucht. Der Siegerrammler von Philippe Metzger zeigte vorzügliche Zeichnungsmerkmale und gefiel auch als Typ, so dass er mit 97,5 Pkt. das beste Tier der Konkurrenz war. Tiere mit einer 19,5 in Pos. 2 stellten ferner Marc Wachter und Michael Weimer obwohl beide Tiere aufgrund eines relativ schwachen Rassewertes nur auf 96 Pkt. kamen. Dies verdeutlicht aber dennoch, welches Basispotential in diesem Farbenschlag steckt. 

 

Die thüringerfarbig-weißen Englischen Schecken erlitten mit 64 Rassevertretern in diesem Jahr einen deutlichen zahlenmäßigen Einbruch von rd. 20%. Der Qualität tat das jedoch keinen Abbruch. Wie schon im blau-weißen Farbenschlag setzte auch hier erstmals Marielle Lengert Maßstäbe und wurde überlegen Rassemeister mit stattlichen 486 Pkt. Erstaunlich - und dies spiegelt das Ergebnis bei den blau-weißen Tieren- bei sehr guten Fellhaareigenschaften mit fantastischen Kopfzeichnungen und im Übrigen sehr gutem Rassewert. Ihr Siegerrammler wurde darüber hinaus als einziges Tier mit einem 19,5er Fellhaar hervorgehoben. In Position 2 gibt es seit Jahren in Westfalen prima Zuchten und dies wurde nun wieder in erster Linie von Siegfried Gottschlich unterstrichen, der mit 483,5 Pkt. zweiter Rassemeister wurde und mit 97,5 Pkt. die Siegerhäsin stellte. Da standen die Tiere von den punktgleichen Reinhold Ellenberg und Andre Kirchhoff mit je 483 Pkt. auf dem dritten Platz kaum nach. Die Seitenzeichnung sollte entsprechend der Forderung nach einzelnen freistehenden Punkten noch etwas mehr Beachtung geschenkt werden. Der Aalstrich war hingegen prima ausgeprägt. Auch farblich kamen die gelbbraun gezeichneten Tiere ganz gut weg und etwas dunkle oder helle Tiere kamen weniger vor als Tiere, die den entsprechenden rußartigen Anflug nicht auseichend an den Körperstellen zeigten, an denen der Thüringer seine Abzeichen hat. Im Übrigen wurde der konkrete Verweis auf den Thüringer auch neu im Standard aufgenommen, damit man sich den erwünschten „Farbverlauf“ auch besser einprägen kann.

 

Sehr unglücklich empfand ich, dass die Englischen Schecken, dreifarbig, die mit 38 Tieren vertreten waren, auf zwei Preisrichtergruppen verteilt waren. Sicherlich hätte doch kein Preisrichter etwas gesagt, wenn er 4 oder 5 Tiere mehr bekommen hätte. So bestand zumindest ein Kritikansatz für eventuelle unterschiedliche Anschauungen. Zunächst ist erfreulich festzuhalten, dass durch einen zusätzlichen Aussteller gegenüber den Vorjahren die Tierzahl leicht gesteigert werden konnte. Dies tut der Rasse gut! In „Form und Fell“ waren die Tiere von Thomas Schmidt ganz große Klasse und erzielten 7x 19/19. Noch besser gefiel mir allerdings die intensive gelbrote Farbe, die übrigens auch seine Siegerhäsin (97 Pkt.) auszeichnete. Mit insgesamt gleichwertigen Tieren, die allerdings hier und da durch einen positiven „Ausreißer“ wie einem 19,5er Fellhaar und einer 15/15/15 im Rassewert bestachen, wurde Hermann Höflich punktgleich Zweiter. Ferne zeigte er noch einen 97,5er, der allerdings nicht Sieger wurde. Dies war schließlich Philippe Eckstein vergönnt. Seine Tiere hatten vergleichsweise im Rassewert ihre Stärken ohne in Form und Fell zu enttäuschen. In den letzten Jahren gab es meines Erachtens auf diesem hohen Niveau in der Spitze noch keine Konkurrenz. Dadurch hatten es die anderen drei Zuchten natürlich recht schwer, wobei vor allem in der Rumpfzeichnung die Unterschiede schon recht deutlich wurden.

 

Zwergschecken

Im Zuge der Überarbeitung des neuen Standards ist das Normalgewicht von 1,4 bis 1,9 kg um 100 g im Sinne der deutlichen Abgrenzung von den Typenzwergen und zur Abbildung der vorhandenen breiten Streuung in den Zuchtlinien erhöht worden. Zwangsläufig wurde auch das Höchstgewicht von 1,9 auf 2,0 kg erhöht und auch bei der idealen Ohrenlänge hat man zwangsläufig mit einer Spanne von 6,0 bis 7,5 cm einen relativ großen Rahmen vorgeben Damit ist auch eine optische Anpassung an die unterschiedliche Körperfülle gewährleistet. 

 

Mit 95 Rassevertretern wurden gegenüber dem schwachen Vorjahr mehr als 50% Zwergschecken, schwarz-weiß, ausgestellt. Dies ist grundsätzlich sehr erfreulich, zumal einige neue Namen im Ausstellerverzeichnis auftauchten und gerade bei diesem Farbenschlag die Entwicklung in den letzten Jahren etwas abgeflacht war. Vielleicht hatte man mit Blick auf einige herausragende Züchter auch etwas kapituliert. In diesem Jahr sah man auf gutem Niveau in allen Zuchten Tiere, die ihre 95 bis 96 Pkt. machten. Während „Form und Fell“ vielfach mit 18,5 und 19 bewertet wurde, gab in den der Kopf- und Rumpfzeichnung deutlich mehr Kritikpunkte. Die Augenringe waren häufig etwas grob und die Seitenflecken etwas zusammenhängend bzw. auch in Relation zum keinen Körper (Schenkel) etwas grob. Ich hatte den Eindruck -und das gilt im positiven Sinne nicht nur für die Zwergenzüchter-, dass auch etwas weniger schaufertig gemacht worden ist. Das sollte man als positives Signal mitnehmen und tut der Sache keinen Abbruch. Ob man mit 482 Pkt. Rassemeister wird oder mit 487 Pkt. ist letztlich sekundär. Die schönsten Tiere sollten sich halt durchsetzen. Tiere mit relativ gedrungenem, vorne und hinten gleichmäßig breitem Körper und kräftigen Köpfen zeigte Ringo Scheitz. Er wurde dafür mit 7x 19 belohnt und auch das Fellhaar war prima. In der Kopfzeichnung muss sich die Zuchtlinie aber noch deutlich verbessern. Beide Positionen zeigte Altmeister Dieter Heuschele Bestens. Waren es auch „nur“ drei Altrammler und zwei Jahrgangstiere, die er brachte, hatte er stattliche vier v-Tiere! Darunter war der Siegerrammler mit 97 Pkt. Erstmals in diesem Jahr stellte unser sehr geschätzter und beliebter Züchterfreund Horst Gebhardt aus Westfalen diese Rasse aus. „Mecki“ -so ist eigentlich sein Scheckenname- schaffte es mit 481,5 Pkt. auf Anhieb auf den ersten Platz mit feinen Typen und einem recht „unauffälligen“ prima Rassewert. Es waren eben absolut gleichmäßig schöne Tiere! Hervor stach jedoch seine Siegerhäsin (97 Pkt.) mit einem überragenden dichten und fein begrannten Fellhaar. Herzlichen Glückwunsch „Mecki“. Zweiter wurde Louis Sonnabend (481), der ebenfalls erstmals diese Rasse ausstellte! Obwohl einige Tiere formlich noch zulegen könnten, gefielen sie im Fellhaar und auch der Rassewert war prima. Da muss man sicherlich sein v-Tier hervorheben, das dem Siegerrammler nicht nachstand. Diese Erfolge sollten doch für beide „Neulinge“ -auch wenn dazwischen sicherlich mehr als 40 Lebensjahre liegen- eine große Motivation sein. Josef Konrad wurde mit 480,5 Pkt. dritter Rassemeister. Eigentlich wollte er es in diesem Jahr etwas ruhiger angehen lassen, aber der Scheckenvirus lässt sich natürlich auch bei ihm nicht ersticken. 

Leider wurden nur 34 Zwergschecken, blau-weiß, ausgestellt. Dabei muss ich die recht durchschnittlichen Urteile der Preisrichter absolut teilen. Die beiden v-Tiere als Sieger waren dabei auch völlig „ausgereizt“. Man braucht dazu nur  die Bilder der Siegertiere der beiden letzten Jahre einmal zu vergleichen, um auch die Unterschiede in der Spitze zu sehen. Ich möchte damit nicht die züchterische Engagement oder gar die Liebe zur Rasse- und Farbvielfalt kritisieren, aber auf der bedeutendsten Schau für Scheckenzüchter geht es nun mal in erster Linie um Qualitätsvergleiche. Besonders auffallend war, dass nur ein Tier, nämlich die Siegerhäsin von Inge Wiegner (97) eine „15“ in der Kopfzeichnung bekam. In der Rumpfzeichnung wurde diese Note nicht vergeben und auch die 14,5 sah man nur fünfmal. In Körperform, Typ und Bau gab es auf den Urkunden keine deutlichen Kritiken und ein Drittel der Tiere bekam die „19“. Es gilt allerdings die Kopfform noch zu verbessern, denn recht viele Tiere hatten kaum die gewünschte Stirnbreite und noch recht spitze und längliche Schnauzpartien. Dies galt jedoch nicht für den Siegerrammler von Ringo Schmitz, der in Form, Fell und Farbe überzeugte und 97 Pkt. machte. Die Rassemeisterschaft sicherte sich Jens Bauer  mit 479 Pkt. Er zeigte wohl in Kombination von Fellhaar und Farbe die besten Tiere. Mit 477,5 folgte Inge Wiegner vor Heinz Schuh mit 477 Pkt. Auch Ulrich Schneemann hatte einige schöne Rassevertreter. 

Die schon im vergangenen Jahr festgestellte deutlich positive Entwicklung der immerhin mit 66 Tieren vertretenen Zwergschecken, havannafarbig-weiß, hielt auch in diesem Jahr an. Es gelingt ferner auch immer mehr, die Typen standardgerecht zu vereinheitlichen, wenngleich natürlich immer noch gelegentlich vorstehende Hüftknochen oder schmaler Bau kritisiert wurde. Dies tat dem Gesamtbild keinen Abbruch. Auch das elastische kurze Fellhaar war in einigen Zuchten prima ausgeprägt. Allen voran setzte Thomas Hengeler mit 2x 19,5 ein Zeichen. Im Übrigen machten die beiden Tiere auch vorzügliche 97 und 97,5 Pkt! Ferner sah man in diesem Farbenschlag ausgesprochen intensive dunkelbraune Farbe mit gutem Glanz. Hier überragten die Tiere des Drittplatzierten Jens Günter (480,5) nicht zum ersten Male und bekamen 8x 15! Altmeister Heinrich Richly glänzte in seiner Zucht mit einem „wahren Knaller“. Sein Siegerrammler machte mit stattlichen 98 Pkt. und dem Traum-Rassewert von 15/15/15 den Sieger. Und wer diesen Typen auf dem Tisch gesehen hat, hätte auch nichts gegen eine 19,5 in Pos 2 gesagt! Mit 481 Pkt. wurde er zweiter Rassemeister. Erstmals gewann Barbara Schneemann mit prima 483,5 Pkt die Meisterschaft und zeigte praktisch in jeder Position das ein oder andere hervorragende Tier mit allgemein positiver  Tendenz zum Fellhaar und der Farbe. Aber auch die beiden von Dieter Heuschele ausgestellten Tiere müssen mit 97,5 Pkt. und 98 Pkt. bei der Siegerhäsin deutlich herausgestellt werden und waren einfach nur Klasse… so wie man sie von einem Altmeister namens Dieter Heuschele fast erwartet!

Bei den Zwergschecken, thüringerfarbig-weiß, durfte man eigentlich das Traumergebnis des Vorjahres nicht erwarten. Es trat bei den 19 Tieren, die von drei Züchtern ausgestellt wurden auch nicht ganz ein und war trotzdem sehr zufriedenstellend, denn alle drei Züchter erzielten Punktzahlen von 96 und mehr. Vor allem bei Günter Haußler sah man mehrere Tiere, die mit „19/19“ anfingen und über eine hervorragende Kopfzeichnung und Farbe verfügten, so dass 482 Pkt. die Rassemeisterschaft bedeuteten. Neben diesen Merkmalen war sein Sieger (97) auch ein ausgesprochen prima Typ mit tollen Kopf- und Ohrstrukturen. Auch Wolfgang Knuth als Zweiter in der Meisterschaft (477,5) zeigte ein v-Tier und Florian Rolf hatte zwei Tiere, die Hoffnung wecken, dass es mit dem Farbenschlag positiv weiter geht, wenn sich noch ein paar Züchter anschließen.

Den Abschluss bildeten in diesem Jahr 59 Zwergschecken, dreifarbig. Die meisten Tiere lagen im Gewischt bei 1,6 bis 1,7 kg. Gerade in diesem Farbenschlag sah man nur recht wenige Tiere, die nur soeben die 1,4 kg überschritten. Auch sind prima Ohrstrukturen gut verbreitet. Dennoch fiel in diesem Jahr auf, dass selbst in den Spitzenzuchten Tiere mit Mängeln im Bau kritisiert wurden und nicht selten sah man die „18“. Allerdings zeigte hier wie schon im vergangenen Jahr Volker Günter prima Tiere. Auch im Fellhaar und farblich stellten sie die Spitze dar. Sattes Gelbrot und Schwarz war eine Augenweide. So bestach auch sein Siegerrammler mit 97,5 Pkt. Die Tiere von Hermann Höflich als Zweiter (481,5) und von Klaus Dickhus als Dritter waren recht ausgeglichen und setzten mehrmals ein Ausrufezeichen in der Kopf- und Rumpfzeichnung. Von Volker Weppler überzeugte nicht nur die Siegerhäsin 97,5 Pkt. Seine Tiere hatten beste Fellhaarstrukturen, ebenso wie die von Otmar Pötz. Neben den Genannten stellte die ZGM Scholl/Zeutzheim ein v-Tier. 

 

Ausblick:

In der sonntäglichen kurzen Versammlung fiel die „Manöverkritik“ für die abgelaufene Schau sowohl für die Ausstellungsleitung, die noch nie zuvor eine solche Schau hatte, sowie für das große Helferteam sehr positiv aus. Da konnte Werner Winkens als rheinischer Ausstellungleiter für die nächstjährige Schau am 12./13. Okt. in der Messe in Rheinberg -Vielen bekannt von der BRS 2011- nur die Hoffnung äußern, dies mit seiner Mannschaft ähnlich gut zu machen. 

 

Werner Winkens

43. Scheckenclub-Vergleichsschau 2017 in Wallmenrod.

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Scheckenzüchter mit ungebrochener Ausstellungsfreudigkeit!

43. Scheckenclub-Vergleichsschau in Wallmerod, Rheinland-Nassau

 

Die kleine Verbandsgemeinde Wallmerod liegt im Westerwald knapp 40 km nordöstlich von Trier. Sie war 14./15.10.2017 der „Mittelpunkt Deutschlands“ für uns Scheckenzüchter. Gekommen waren eigentlich „Alle“, die Züchterfreunde aus unserem Verbandsgebiet, aus Österreich, Südtirol, Frankreich, Holland und Belgien. In dieser Gemeinschaft ist die Ausstellungsfreudigkeit trotz allgemein sinkender Mitglieder- und Tierzahlen völlig ungebrochen. Vor einigen Jahren musste sogar eine Tierzahlbegrenzung eingeführt werden, um in manchen Regionen noch geeignete Hallen zu finden. Das wirkt sich zwangsläufig aber meines Erachtens positiv auf die Tierqualität aus. Seit Jahren werden nunmehr recht konstant von 160 bis 170 Züchtern rd. 1.300 Schecken ausgestellt. In Wallmerod waren es exakt 1.306 Rassevertreter von 163 Züchtern.

 

Elan und Engagement auch im Gedenken an Mario Hoffmann

Erstmals durften wir der Einladung des Scheckenclubs Rheinland-Nassau folgen, der damit sein 20-jährigen Bestehens feierte -oder soll ich besser und ehrlicher sagen- uns feiern ließ?! Wer einlädt hat die Arbeit! Und deshalb sollten sich auch Clubs, die sich bisher zurückgehalten haben, hier ein Vorbild nehmen. Was der recht kleine Club in erster Linie mit  Freunden und Bekannten auf die Beine stellte, war vorbildlich und von höchstem Engagement geprägt. Wie schon dem Grußwort zu entnehmen war „schwebte schon sehr lange der entsprechende Gedanken in den Köpfen“. Schließlich gehört der Club unbestritten von Anfang an zu den Aktivposten bei den Überregionalen! Mit Mario Hoffmann verstarb aber leider vor drei Jahren viel zu früh einer dieser allseits sehr beliebten und geschätzten Züchterfreunde. Seine langjährigen und engen Züchterfreunde aus Südtirol ließen es sich im Laufe der Veranstaltung nicht nehmen, sein Grab zu besuchen. Auch solche emotionalen Momente gehören zu einem Familientreffen! 

 

Die eigentliche Schau fand in der schmucken Sport- und Kulturhalle der Gemeinde statt. Sie war in den nächsten Tagen der Dreh- und Angelpunkt für alle Aktivitäten. Vor allem freitags ist eigentlich fast jeder, der eine Überregionale besucht, aktiv. Viele Teilnehmer unterstützten die Veranstalter als Preisrichter, Zuträger, EDV-Bearbeiter und Vieles mehr.  Die Partner und Zuchtfreunde, die so nicht eingebunden sind, nehmen in aller Regel an dem vom Veranstalter angebotenen Ausflug teil. Es fand ein Bustransfer nach Koblenz statt. Von dort ging es mit einem Ausflugsschiff durch das romantische Mittelrheintal. Das UNESCO-Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“ konnte so auf seine schönste Art erlebt werden. Ab Mittag hatte man dann Zeit, die historische Altstadt von Konstanz zu besuchen, die Bundesgartenschau-Gärten am Rheinufer zu genießen oder die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen. Andere ließen bei strahlendem Sonnenschein auch einfach nur die Seele bei einem Kaffee am Rhein- oder Moselufer baumeln. 

 

…Und wie lief die Bewertung?

So entspannt wie bei den Ausflüglern war das Treiben in der Halle zwangsläufig nicht… aber so harmonisch, besonnen, ruhig und zielführend wie selten zuvor! Ob dazu beigetragen hat, dass die Ausstellungsleitung einige Preisrichter, die zwar von den Clubs gemeldet waren, nicht berücksichtigt hat und/oder einige aus anderen Gründen nicht verpflichtet werden konnten, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass in den fünf Vierergruppen eine sehr gleichmäßige Arbeit abgeliefert wurde, was auch ein großes Verdienst der Obleute Reinhard Pötz, Walter Fehrenz, Manfred Arnold, Detlef Beckers und Jens Jadischke war. Erstmals hatte jede Gruppe auch einen separaten EDV-Bearbeiter und durch die Positionseingabe konnten sofort Fragen abgeklärt und kleine Fehler behoben werden. So lief auch die Auswertung wie am Schnürchen! Schnell war man sich in der Gemeinschaft einig, dass künftig immer so verfahren werden sollte. Ein dickes Lob an alle Beteiligte!

 

Der Klönabend 

… oder wie man wohl im Westerwalde zu sagen pflegt, der „Hui Waller Abend“, war dann schon der erste gesellige Höhepunkt, an dem rd. 230 Personen teilnahmen. Es herrschte bei klassischen Brotzeitspezialitäten aus dem Westerwald, typischem Brand und regionalem, nicht zu knapp bemessenem Bier, eine wunderbare Atmosphäre. Zuweilen wurde der Abend auch angenehm durch dezente Musik eines Schifferklavierspielers begleitet. Ein in einem großen Gehege eingesperrter „Schecke“ in Person von Karl-Heinz Mielisch erzählte seinem Nachbarn, einem Deutschen Widder, die ein oder andere Geschichte zu seinem Dasein und „pikante“ Einzelheiten aus dem Leben seiner deutschlandweit beheimateten „Herrchen“. Kurzweilig vergingen die Stunden; für die „Härtesten“  wurde es früher Morgen.

 

Traditionelle Ehrenringverleihung als Höhepunkt der Eröffnungsfeier

Zumindest leicht gerührt begrüßte Vorsitzender Stefan Rottauscher am Samstagmorgen die zahlreichen Gäste und Besucher. Sein Dank an die zahlreichen Helfer kam von Herzen. Für die Schirmherrin der Veranstaltung, Landtagsabgeordnete Gabi Wieland, zollte Landrat Achim Schwickert den Organisatoren höchsten Respekt. Bernhard Graf, Redakteur der Standard-Fach-Kommission, war unter anderem angereist, um sich vor Ort noch ein Bild zu einigen Detailformulierungen des neuen Standards zu machen. Er äußerte die Hoffnung, dass der neue Standard die Grundlage schafft, dass die immer wieder bewunderten Scheckenrassen, künftig leichter und vermehrt ausgestellt werden können. Ausdrücklich bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit zwischen den Clubs, der Arbeitsgemeinschaft und der Kommission. ZDRK-Abteilungsleiter Detlef Beckers hob die Bedeutung der Clubs für die Entwicklung der Rasse-Kaninchen hervor und als Freund der guten Küche fand er sehr lobende Worte für „die Mannschaft hinter der Theke.“  Landesverbandsvorsitzender Jürgen Bartz freute sich auch im Namen seines Clubobmanns Werner Wagner, dass trotz zahlreicher Probleme in der Rasse-Kaninchenzucht wie Mitgliederschwund und hoher Impfkosten ein solcher Event in seinem kleinen Verband möglich geworden sei. Die regionale Landwirtschaftskammer wurde von Heribert Metternich vertreten. Mit viel Emotion begrüßte Ortbürgermeister Ulf Ludwig die Gäste im Saal und sprach auch die volkswirtschaftliche Bedeutung einer solchen geradezu internationalen Veranstaltung an. Spontan sicherte er die Finanzierung des „Goldenen Scheckenrings“ zu, falls die Schau nochmals in seiner Gemeinde Station macht. 

Damit war auch für den kommissarischen Sprecher des Arbeitskreises Thomas Schmidt das Stichwort gegeben, um zum eigentlichen Höhepunkt der Eröffnungsfeier überzugehen, nämlich der Verleihung des Golden Scheckenrings an einen verdienten Züchter. Dieser war  in diesem Jahr erstmals auf Vorschlag der Mitglieder auserkoren worden. Um die Spannung hochzuhalten, hielt er zunächst ohne Namensnennung die Laudatio auf den Geehrten, der sich jedoch schon schnell als „unseren“ Ewald (Dietz) entpuppte. Geboren am 21.11.1954 trat er 1975 in den Scheckenclub Württemberg-Hohenzollern ein. Nach einigen Jahren als Schriftführer wurde er 1985 zum Vorsitzenden gewählt. Schon im ersten Jahr seiner Vorstandschaft gehörte er dem Organisationskomitee der Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschau in Wüstenrot an und war noch weitere viermal maßgebend bzw. als Ausstellungsleiter an den Überregionalen 1995 in Rottweil, 2001 in Kuchen, 2007 in Gäufelden und zuletzt 2015 in Bernhausen beteiligt. Dem Landesverbandsvorstand gehörte er von 2008 bis 2016 als Vorsitzender der Clubvereinigung an und war Ausstellungsleiter der Landesclubschauen 2012 und 2016. Sein großes Engagement wurde zwangsläufig bereits von vielen Ehrungen begleitet, darunter die Ernennung zum Meister der schwäbischen und  deutschen Rasse-Kaninchenzucht. Auch züchterisch setzte er mit seinen Deutschen Riesenschecken schwarz-weiß und blau-weiß Maßstäbe. Sechsmal wurde er Deutscher Meister. Hinzu kamen viele Erfolge auf den Landesschauen und Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen. Um Worte nicht verlegen, bedankte sich Ewald Dietz für die Auszeichnung und betonte, die Scheckenfamilie über Jahrzehnte schätzen und lieben gelernt zu haben.

Bevor offiziell die Schau durch den Landrat eröffnet wurde, überreichte Ausstellungsleiter Stefan Rottauscher dem Landrat und dem Ortsbürgermeister in Erinnerung an diese Schau eine Landesverbandsmedaille.

 

Festabend mit Dudelsackpfeifer für Preisträger 

Der Züchterabend fand in der gut 10 km entfernten Elberthalle in Niederelbert statt. Ob über Bustransfer von den umliegenden Hotels oder per Pkw angereist…. schon kurz nach 18.00 Uhr war die schön dekorierte Halle mit fast 300 Personen besetzt. Diese sollten einen vergnügten, unterhaltsamen und kurzweiligen Abend erleben. Zunächst gelang es mit Unterstützung einer Showtanzgruppe und deren Partner in kürzester Zeit vier unterschiedliche Menüs „auf die Tische“ zu zaubern und dies in einer sehr reichhaltigen und schmackhaften Qualität! Musikalisch wurde der Abend dann von einem Diskjockey begleitet.

Einzigartig war die Form der Siegerehrung. Alle Preisträger wurden gebeten, ins Foyer der Halle zu kommen und zogen dann in Begleitung von drei Dudelsackpfeifern in die verdunkelte Halle ein… Gänsehautfeeling! An der Bühne wurden sie mit einem Glas Sekt empfangen und dann rasseweise auf die Bühne gebeten. Jeder von uns kennt langatmige und dabei nicht einmal stilvolle Siegerehrungen, bei denen es schon lange dauert, bis die einzelnen Aufgerufenen auf der Bühne erscheinen. So war das eine tolle komprimierte und sehr würdige Ehrung. Die geehrten Hauptpreisträger: Die Clubmeisterschaft als Mannschaftswertung ging an die Zuchtfreunde aus Westfalen (1.170 Pkt.), gefolgt von Hannover (1.167,5), Rheinland-Nassau (1.166,5), Baden (1.166) und Württemberg-Hohenzollern (1.165). Die beste Gesamtleistung eines Züchters, vergeben auf 6 Tiere,  zeigte Josef Konrad (ZwSch, schw-weiß, 583,5), gefolgt von Wolfgang Knuth (ESch, schw-weiß, 582,5), Jörg Stünkel (KlSch, schw-weiß, 582,5), Andreas Langelage (KlSch, schw-weiß, 582) und Jens Jadischke (RSch, 582). Josef Konrad zeigte mit 98,5 Pkt. den besten Rammler der Schau und die beste Häsin hatte Stefan Rottauscher auf ZwSch, thür-weiß (98 Pkt.). Die emotional schönste Ehrung erfuhr aber Hans Peter Kähling als er im Gedenken an Mario Hoffmann aus den Händen von Beatrix Hoffmann und Stefan Rottauscher einen Pokal für das schwerste Kaninchen der Schau entgegennahm. (Hier wäre es schöne, wenn das entsprechende Foto eingefügt würde....P 1140854 oder noch besser in Verbindung mit 114085. Das Bild mit Beatrix Hoffmann ist leider zwar nichtgut und Steffan Rottauscher macht sogar die Augen zu. Vielleicht kannst du aber was zusammenschneiden mit Beatrix und Peter Kähling…das wäre super)  Die Rassemeister und -sieger werden im  Bericht bei den jeweiligen Rassen und Farbenschlägen genannt.

Ein Schlangenbeschwörer (Karl-Heinz Mielich) leitete den orientalischen Teil des Abends ein. Mit seiner Flötenmusik gelang es ihm zwar nicht ganz, dass sein Schecke ohne Unterstützung den Kopf aus einem Korb hob. Vielleicht waren hierfür auch nur die Töne viel zu „schräg“?! Der Gag war auch so ein Volltreffer!   

Perfekt lief es anschließend beim Showtanz der Gruppe G-Sisters, die auch das Eis im Publikum brach. Mit Unterhaltung, Tanz und vielen Getränken dauerte die Feier für den ein oder anderen bis in die frühen Morgenstunden und was dann noch kam, darf man durchaus als einmalig bezeichnen. Die letzten Gäste halfen dann noch den Veranstaltern beim Aufräumen der Halle. Das ist gelebte Freundschaft! In gleichem Maße gilt dies, wenn sich die Ehrenringträger vergangener Jahre auf den Festabenden treffen und in Erinnerungen geradezu eintauchen. Kurzerhand entschloss sich der Berichterstatter, diese zu einem gemeinsamen Foto zu bitten. ( Bitte „unbedingt“ Foto 1140947  oder 1140949 einfügen…. Das haben wir so bisher noch nicht gemacht: von oben links nach rechts: Erik Mücke, Ewald Dietz, Jakob Albrecht, Herbert Mei, Heinz Wendt, Wolfgang Knuth, Reinhold Ellenberg und Marianne Pries. Leider war Franz Pasch zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mehr zugegen…bitte vermerke!!!. )

 

Die Rassen in der Kritik

Deutsche Riesenschecken

Gegen den allgemeinen Trend ist die Zahl der Deutschen Riesenschecken, schwarz-weiß,  mit 244 Rassevertreten seit Jahren geradezu in Stein gemeißelt. Hinzu kommt, dass die ohnehin hohe Qualität aufgewertet wird, wenn die Züchterfreunde aus Österreich und Südtirol dabei sind. Es ist schon sehr eindrucksvoll, durch lange Käfigreihen zu gehen und zu dieser frühen Jahreszeit Gewichtsangaben deutlich jenseits der 7 kg verbunden mit Ohrlängen von  17 cm und mehr zu sehen. Beides sind sicherlich Basisfaktoren für gute Riesenschecken und in den Spitzenzuchten vielfach gefestigt. Viel höhere Dimensionen sollte man andererseits aber auch nicht anstreben, damit die Ästhetik der Rasse nicht leidet. In diesem Zusammenhang wird auch allzu oft vergessen, dass es nicht nur um Gewicht sondern auch Körperlänge und nicht nur um Ohrlängen sondern auch um Ohrstruktur geht. Die Stärke der Läufe und der Auftritt sind Elemente, die immer noch züchterisches Potential aufweisen. Einen Maßstab setzte hier für mich u.a. ein Altrammler (97,5 Pkt.) von Franz-Josef Neumann mit 8 kg, einem 17,5er Ohr und Läufen, die dem Körper auch einen tollen Stand verleihen konnten. Den durchgängig besten Gewichts- und Größenrahmen verbunden mit 17,5er Ohren hatten zweifelsohne die Tiere von Jens Jadischke. Er zeigte ebenso wie Hans Peter Kähling, Ralf Conzelmann, Patrick Leist und Thomas Hengeler je ein Tier mit einer 19,5 in Pos 2. Jahreszeitlich bedingt war das Fellhaar vielfach noch nicht ausgereift, wobei lange Felle mit wenig Unterhaar selten waren. In Kombination zwischen „Form und Fell“ hatte Klaus Diekhues exzellente Rassevertreter und auch das einzige Tier mit einer 14,5 in Pos. 3. Andererseits verstanden es die amtierenden Preisrichter auch einige Male, etwas übertriebenes Schaufertigmachen konsequent mit einer 12,5 zu bestrafen. Vielfach war die Kopfzeichnung eine Augenweide. Zu Recht wurde im Schnitt die 14,5 vergeben. Schwieriger zu verwirklichen ist die Rumpfzeichnung und hier speziell der Wunsch nach 6-8 freistehenden Seitenflecken. Die positive Entwicklung ist m.E. aber kontinuierlich. Mit dem besten Tiere im „Gesamtpaket“ hatte sicherlich Jens Jadischke mit 485,5 Pkt. die Meisterschaft, gefolgt von Holger Dahlem und Ralf Conzelmann mit je 484 Pkt. Den Siegerrammler stellte ebenfalls Jens Jadischke (97,5 Pkt.) und die Siegerhäsin hatte Georg Unterweger mit 97,5 Pkt. Seine Zuchtlinie bestach durch vorzügliche Ohrstrukturen und prima Läufen. Neben den Rassemeistern zeigte Klaus Dickhues drei V-Tiere, je zwei kamen von Franz Josef Neumann, Georg Unterweger und Herbert Mei, Markus Schneid, die Zgm. Holzer/Schhneider, Helmut Wiegener und Patrik Leist hatte je ein V-Tier. Daneben stellte Jürgen Wilfried zwei einfarbig, schwarze Tiere.

 

Nachdem im vergangenen Jahr die Zahl der ausgestellten Deutschen Riesenschecken, blau-weiß, deutlich eingebrochen war, zeigten sich in Wallmerod stattliche 48 Rassevertreter von ihrer besten Seite! Bis auf die Zuchtlinie von Ewald Dietz konnten die Blauen zwar nicht ganz an das Gewicht der schwarz-weißen Rassevertreter heranreichen. 6,5 bis knapp 7 kg sollten aber ausreichen, um den gestreckten, leicht walzenförmigen Körper zu präsentieren. Dazu stachen die prima Kopf- und Ohrstrukturen in der Zucht von Hermann Abeling hervor, der mit 481 Pkt. dritter Rassemeister wurde und mit 97 Pkt. die Siegerhäsin stellte. Während in seiner Linie das Fellhaar nicht ganz überzeugen konnte, war dies beim Zweitplatzierten Rene Witt (481,5 Pkt.) deutlich besser. M.E. völlig unumstritten zeigte Manuel Niedermaier die besten Rassevertreter und wurde mit 482 Pkt. erster Rassemeister und mit 97 Pkt. hatte er auch den Siegerrammler. Vor allem die Fellhaarstrukturen waren mit der nur leicht überstehenden Granne absolut vorzüglich (einmal 14,5 und viermal 14 Pkt.) und legten so die Basis für eine nahezu übergangslose Abgrenzungen der Zeichnungsmerkmale des Kopfes und Rumpfes. Dadurch zeigte sich ebenso die reine, nicht mit weißen Haaren durchsetzte Zeichnungsfarbe in einem sehr guten Glanz. Im Vergleich wäre hier vor allem in der Kopfzeichnung m.E. der ein oder andere halbe Punkt mehr möglich gewesen. Zwangsläufige sind solche Vergleiche in der entfernten Gesamtbetrachtung etwas leichter als „Auge in Auge“ auf dem Preisrichtertisch und sollte deshalb auch nicht als Kritik verstanden werden. Auch die Tiere von Marcus Kling konnten vor allem im Fellhaar überzeugen und ein Tier mit dem besten Rassewert machte 97 Pkt. Insgesamt haben wir wohl in diesem Jahr die besten blau-weißen Riesenschecken seit Jahren gesehen. Dabei waren die beiden mit je 97 Pkt. bewerteten Siegertier von Hermann Abeling und Manuel Niedermaier richtungsweisend.

 

Leider waren die Deutschen Riesenschecken, havannafarbig-weiß, gegenüber den letzten Jahren mit 33 Rassevertretern leicht rückläufig. Im Ausstellerverzeichnis fehlten die guten Zuchten von Jens Günther und Hans Ströhle. Dennoch sahen wir prima Rassevertreter, auffallend vor allem im Gewicht und in Pos. 2. So bekamen sämtliche sechs Rassevertreter von Thomas Hängeler die 19 in Pos. 2 und ebenso die 14 im Fellhaar. Diese Leistung gab es in keinem Farbenschlage der Deutschen Riesenschecken! Aus seiner Zucht kam die Siegerhäsin mit 96,5 Pkt. Wie seit Jahren stellt Walter Gutheber sehr voluminöse Tiere mit Ohrlängen bis zu 18 cm. Im gleichen Atemzug muss man dann auch Matthias Röck nennen, dessen Tiere mir durch kräftige Köpfe und Läufe auffielen. Nicht nur in diesen Belangen hat sich der Farbenschlag in den letzten Jahren gewaltig entwickelt. Saubere Ohransätze, nicht allzu breite Augenringe und tiefliegende Backenpunkte bei ausgeprägtem Schmetterling führten zu Recht mehrmals zu Bestnoten. In der Rumpfzeichnung sind die Aalstriche gut gefestigt. Die Seitenflecken werden etwas freistehender gewünscht, so dass die in der Regel die 14 vergeben wurde. Farblich sah man durchweg prima Rassevertreter.  Erster Rassemeister wurde Mattias Röck mit 482,5 Pkt. vor Walter Gutheber mit 482,0 Pkt. Mattias Röck rundete seine hervorragende Präsentation durch den Siegerrammler mit 97,5 Pkt. und einem 14,5er Fellhaar ab. 

 

Mit 139 Rheinischen Schecken standen auf der Schau zwar weniger Tiere als ohne Tierzahlbegrenzung im vergangenen Jahr. Die Zahl bewegte sich aber immer noch innerhalb der mittelfristigen Bandbreite. Anfangen möchte ich mit dem einstigen Schwachpunkt, dem Fellhaar. Noch vor wenigen Jahren sah man durchweg lange, mit wenig Unterhaar und sehr deutlich überstehender Granne versehene Fellhaarstrukturen. Verbesserungen der letzten Jahre setzten sich geradezu sprunghaft fort. Nur 17% der Tiere erzielten eine 13 oder 13,5! In nicht weniger als vier Zuchten sah man durchgängig die 14 und 11 Tiere erzielten eine 14,5! Das hat sich zweifelsohne auch sehr positiv auf die Farbintensität ausgewirkt, die im derzeitigen Standard nur mit „Gelb“ beschrieben wird, während die Entwicklung deutlich fortgeschritten ist. Der überwiegende Teil der Tiere zeigt heute ein sattes „Gelbrot“. Der neue Standard wird dieser Entwicklung wohl Rechnung tragen. Der Gewichtsrahmen wurde in den einzelnen Zuchtlinien ausgeschöpft und Kopf- und Ohrstrukturen waren vielfach vom Feinsten. In einigen Zuchten sollten die Läufe jedoch noch etwas kräftiger und der Auftritt verbessert werden. In der Spitze ging es erfreulicherweise so eng zu, wie lange nicht mehr. Andre Fink zeigte gleich zwei Tiere mit einem 14,5er Fellhaar und acht Tiere mit einer 10er Farbe. Er wurde mit 485,5 Pkt. zweiter Rassemeister. Einer dieser tollen Fellhaarträger war seine Siegerhäsin mit 97,5 Pkt. Stefan Rottauscher zeigte mit zweimal 19,5 die Spitze in Pos. 2 und sein Siegerrammler (98 Pkt.) hatte zudem ein 14,5er Fell… sicherlich eines der schönsten Tiere der Schau. Insgesamt erzielte er mit 484 Pkt. den dritten Platz. Einmal mehr war jedoch Jens Jadischke nicht zu schlagen. Er zeigte deutlich die besten Kopfzeichnungen, tolle satte Farben und auch in den anderen Pos. gab es keine Schwächen, so dass 485,5 Pkt. den „Platz an der Sonne“ bedeuteten. Ausdrücklich erwähnen muss man noch einen hochfeinen Rammler von Hermann Höflich, der mit 19,5 und 14,5 in „Form und Fell“ schließlich 97,5 Pkt. machte. Auch ein weiteres seiner Tiere machte v. Daneben kamen zwei vorzügliche Tiere von Hans-Dieter Waldraff und je ein v-Tier hatten die Zgm. Scholl/Zeutzheim, Richard Schnarr, Alfred End, Jörg Giebeler Rosemarie Schrapp und Robert Müller. 

 

139 Kleinschecken, schwarz-weiß, bedeuteten einen leichten Rückgang gegenüber den letzten Jahren. Wurde diese Rasse in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen nach Ansicht einiger Züchter bewertungstechnisch etwas kritisch gesehen, sollte dies nun Vergangenheit sein. Hier wurden in diesem Jahr wahre Spitzenergebnisse erzielt. Der Gewichtsrahmen von 3 bis 3,75 kg wurde in den unterschiedlichen Linien durchaus ausgeschöpft, wobei „Höchstgewichtstiere“ selten waren. In Pos.2 konnte man jedoch vielleicht mit Ausnahme der fünf/sechs besten Zuchten durchaus noch deutliches Verbesserungspotential ausmachen. Die Kleinschecken sind bekanntlich die einzige Scheckenrasse mit der Forderung nach einem gedrungenen Körper. Manche Tiere waren in der Schulter noch recht schmal und teilweise auch eckig. Dagegen sah man reihenweise kurze und kräftige Köpfe und überwiegend auch gut strukturierte Ohren. Ewas kräftige „Englische-Schecken-Typen“ habe ich nicht gesehen.  Das beste Ergebnis in Pos. 2 erzielte Andreas Langelange mit einer 19,5. Paradeposition war fast durchgängig das dichte Fellhaar. Hier setzte Jürgen Hansert mit einer 15 und siebenmal 14 einen Maßstab und in mehreren Zuchten sah man durchgängig diese Note. Viermal wurde sogar die 14,5 vergeben. Die Kopfzeichnung wurde im Schnitt auf hohem Niveau mit 14,5 bewertet und zum Idealbild fehlte hier und da lediglich der etwas schmaler gewünschte Augenring. Dann erreicht man in Verbindung mit der etwas leichteren Seitenzeichnung auch nur selten die 10 in der Farbe. Über diese Wechselwirkung muss man sich bei der Ausrichtung seiner Zucht einfach im Klaren sein. Die drei Erstplatzierten lagen in der Meisterschaft nur einen Punkt auseinander und in der Gesamtbetrachtung stellten sie dicht gefolgt von Anne Feegers schon deutlich die diesjährige Spitze dar. Erster Rassemeister wurde Jörg Stünkel mit 386 Pkt. Er zeigte mit 98 Pkt. den hochfeinen Siegerrammler mit perfektem Rassewert und tollen Kopf-und Ohrstrukturen. Auch die Siegerhäsin von Jürgen Hansert stand dem mit 98 Pkt. in nichts nach. Er wurde mit 485 Pkt. dritter Rassemeister. Dazwischen platziert sich Andreas Langelage mit 485,5 Pkt… ein toller Erfolg zum runden 50. Geburtstag! Das sehr gute Gesamtergebnis wurde komplettiert durch drei v-Tiere von Anne Feegers, zwei von Horst Gebhardt und je eins von Alfred Menzel, Thomas Wiesbeck, Kurt Vierheller und Sebastian Billaux.

 

Seit Jahren folgen dem schwarzen Farbenschlage stets 40 bis 50 blau-weiße Kleinschecken. Leider fehlte in diesem Jahr eine komplett gemeldete Zucht, so dass nur 5 Züchter „ins Rennen“ gingen. Dabei waren die „Kräfteverhältnisse“ recht klar und deutlich. Klaus Schipper stellte wie schon im Vorjahr recht deutlich die besten Tiere und wurde mit 483 Pkt. erster Rassemeister. Positiv auffallend in seiner Zucht waren sehr gute Kopf- und Ohrstrukturen, darunter der Siegerrammler mit 97 Pkt. Auch die Fellhaarqualität (2 x 14,5) war beachtlich und teilweise zeigten seine Tiere sehr schöne Rumpfzeichnungen mit gleichmäßig breitem Aalstrich und den freistehenden auf den Schenkeln verteilten Seitenflecken. Allerdings sollte -unabhängig von dieser Rasse- das manchmal zu beobachtende bloße Zählen der Punkte als Kriterium für die Bewertung durchaus gleichgestellt sein mit der angestrebten Verteilung auf den Flanken und Schenkeln. In der Kopfzeichnung gefielen die Tiere des Zweitplatzierten Alfred Menzel (482 Pkt.) jedoch besser. Auch der Typ war wie schon seit Jahren in seiner Zucht gefestigt. Ebenso zeigte der drittplatzierte Peter Martin (480,5 Pkt.)  gedrungene und walzenförmige Tiere, hatte aber deutlich mit farblichen Problemen zu kämpfen. Die Siegerhäsin von Peter Martin machte 96,5 Pkt. und bestach in Form und Fellhaar. Sehr gefiel mir auch der Rammler von Frank Holz, der mit einer Arbeitskreis-Medaille ausgezeichnet wurde.

 

Nach 65 Kleinschecken, havannafarbig-weiß, in Filderstadt und 54 in Schönbach war leider die Zahl in diesem Jahr auf nur 46 Rassevertreter gesunken. Wie in keinem anderen  Farbenschlag schien hier das Gewicht ein großes Thema zu sein. In zwei Zuchten sah man Tiere, die das Normalgewicht nicht (oder noch nicht) erreicht hatten und standen damit im Gegensatz zu den voluminösen und großrahmigen Tieren Jörg Stünkel. Auch in der seit Jahren mit führenden Zuchtlinie von Michael Löhr sah man zurückliegend tendenziell Tiere mit knappem Gewicht. Erfreulich konnte er dies zwischenzeitlich abstellen. Bei den Havannafarbigen gab es in Pos. 2 bei mehreren Tieren höhere Punktabzüge. Auch bei der Rumpfzeichnung wurden die Unterschiede deutlich. Die Seitenflecken waren etwas groß und teilweise auch zusammenhängend. Ein Beispiel für eine „Top-Rumpfzeichnung“ war die Siegerhäsin von Jörg Stünkel (97 Pkt.). Diese Häsin hatte zudem die Kombination mit einem hervorragenden Fellhaar, so dass die Zeichnungsmerkmale prima in Erscheinung traten. In der Breite der acht ausgestellten Tiere zeigte jedoch Michael Löhr den etwas besseren Rassewert während die etwas besseren Typen von Jörg Stünkel kamen. Beide Züchter belegten souverän und m.E. völlig zu Recht die ersten Plätze (Michael Löhr 483 Pkt. und Jörg Stünkel 482,5 Pkt.). Dritter wurde mit 481 Pkt. Georg Letscher. Der Siegerrammler kam mit 96,5 Pkt. wiederum von Jörg Stünkel.

 

Leider ist die Anzahl der ausgestellten Englischen Schecken, schwarz-weiß, mit 136 Exemplaren auf einen langfristig tiefsten Stand gesunken. Auch die Ausstellungsfreudigkeit auf den letzten Bundesschauen und Bundes-Rammlerschauen war rückläufig. Ursachenforschung möchte ich hier nicht betreiben, obschon ich mir hier meine Gedanken mache. Wenn man 40 Jahre einer Rasse und einem Farbenschlag die Treue hält, „schmerzt“ das schon sehr! Die Konkurrenz war wie so oft in den letzten Jahren von einer großen Leistungsdichte und Klasse gezeichnet. Und wenn die ersten vier der Champions Edition 2008 bis 2017 auch hier die ersten vier Plätze mit einem Punktabstand von insgesamt nur 0,5 belegten, spricht dies in erster Linie für die Stabilität der besten Zuchten, ebenso für die statistische Aussagefähigkeit und nicht zuletzt auch für die Leistung der Preisrichter. Reihenweise sah man ausgezeichnete Rassevertreter mit prima Formen, tollen Fellhaarstrukturen und Kopfzeichnungen nahe der Perfektion. Zur 19 in Pos. 2 bedarf es heute weitaus mehr als nur eines runden Beckens. Recht viele „Engländer“ haben heute einen tollen, etwas höheren als mittleren Stand, kurzen Auftritt und zuweilen Kopf- und vor allem Ohrstrukturen, die das Herz höher schlagen lassen. Diese Nuancen in Verbindung mit der nach wie vor schwierigen Seitenzeichnung machen den Unterschied zwischen sehr guten und vorzüglichen Tieren aus. Vielleicht hätte man zur deutlicheren Abgrenzung in Pos. 5 auch mal die 15 vergeben können. Über alle Bewertungskriterien hinweg muss ich den Rammler mit dem Täto 3.6.50 von Wolfgang Knuth herausstellen, der im vergangenen Jahr mit 98 Pkt. bester Rammler der Schau war, in Erfurt mit 97,5 Bundes-Sieger wurde und auch in diesem Jahr mit 98 mit einer 19,5 in Pos. 2 den Rassesieger machte. Ich habe noch nie einen schöneren Rassevertreter gesehen! Die 19,5 stand dann auch nur ein zweites Mal bei einem Rammler von Werner Winkens. Wolfgang Knuth stellte ferner  mit 97,5 Pkt. die Siegerhäsin und kam in der Meisterschaft punktgleich mit dem Erstplatzierten Michael Löhr (484,5) auf den zweiten Platz. Dennoch unterscheiden sich beide Linien durchaus. Während in beiden Zuchten  „Form und Fell“ gefestigt sind, sieht man bei Wolfgang Knuth die etwas kräftigeren Zeichnungsstrukturen verbunden mit einer satten, lackschwarzen Farbe. Michael Löhrs Tiere zeichnen sich hingegen durch feinere Zeichnungen aus …angefangen von den Augenringen und  Backenpunkten bis hin zum etwas schmaleren Aalstich und recht kleinen Ketten- und Seitenflecken. Dass dabei die Farbe etwas verblasst, liegt in der Natur der Sache und wurde auch von den Preisrichtern erkannt. Welche Richtung man bevorzugt, ist ohne Qualitätsunterschied eben „nur“ Geschmackssache! Mit Erik Bücher folgte auf dem dritten Platz und 484 Pkt. ein in den letzten Jahren sprunghaft „aufgestiegener“ Züchter. Seine in allen Positionen sehr ausgeglichenen Tieren waren punktgleich mit denen von Werner Winkens, der ebenso wie Hermann Schophuis je zwei v-Tiere stellte. Sehr schöne Rassevertreter mit je einem v-Tier kamen von Jean-Claude Kormann, Franz Parsch, Jürgen Oßwald und Franz Josef Temme.  

 

In den letzten Jahren haben sich die Englischen Schecken, blau-weiß, bei der 80er Marke eingependelt. Was aber in diesem Jahr an Qualität geboten wurde, war erstaunlich. Ich glaube, in diesem Farbenschlag noch nie eine so ausgeglichene starke Konkurrenz gesehen zu haben. Das Resultat der Preisrichter war gleichermaßen, denn drei Platzierungen mit 484 Pkt. gab es auch noch nicht. Vor allem die Fellhaarqualität war hervorragend. Nur 4 Tiere bekamen keine 14 und in den besten Zuchten sah man auch sehr häufig die 19/14 in „Form und Fell“. Die wichtigste Entwicklung zeichnete sich aber in der Farbe ab. Schon im vergangenen Jahr habe ich eine Verbesserung dokumentiert, die sich in diesem Jahr auf breiter Ebene fortsetzte. Zurückliegend sah man recht häufig Tiere mit recht „starken“ Durchsetzungen in den Ohrrändern, etwa hellem Lippenspalt und manche Blumenoberseiten hatten ähnlich viel Deck- wie Zeichnungsfarbe. Das hat man alles prima in den Griff bekommen! Hinzu kommt, dass „neue Namen“ deutliche Zeichen setzten. So gewann in diesem Jahr erstmals Marielle Lengert die Meisterschaft mit 484,5 Pkt. Auch der Zweitplatzierte Florian Rolf stand erstmals auf dem Treppchen und erzielte 484 Pkt. Ich bin sicher, dass Markus Turk, den ich mal als „Altmeister“ dieses Farbenschlags bezeichnen möchte, diese Entwicklung auch mit positiv beeinflusst hat und sein dritter Platz sportlicher Ansporn sein wird. Für die Breite der „Neuaufstellung“ des Farbenschlags spricht ferner, dass Arno Göpfert mit 97 Pkt. erstmals die Siegerhäsin stellte und immerhin noch vier weitere Züchter, nämlich  Jakob Albrecht, Eberhard Krüger, Reinhard Mack und Philippe Metzger je ein v-Tier hatten. Den Siegerrammler stellte Florian Rolf mit 97,5 Pkt.

 

Englische Schecken, thüringerfarbig-weiß, haben wir qualitativ auch schon schlechter gesehen und auch die Tierzahl ist in den letzten Jahren nunmehr wieder auf 95 gestiegen. Besonders positiv habe ich eine Aussage aus der Preisrichtergruppe aufgenommen, dass die Aalstriche besser gewesen seien als bei den schwarz-weißen Rassevertretern. Andererseits erschien mir die Ausprägung der Kettenpunkte und Seitenflecken in der gewünschten Posthornschablone noch vielfach verbesserungswürdig. Dabei spielt es m.E. nur eine untergeordnete Rolle, ob die Punkte etwas kleiner oder grober sind. Wichtig ist, das die Schablone ausgeprägt und keine Unterbrechungen oder zeichnungsleeren Bereiche (häufig auf den Schenkeln zu finden) vorhanden sind. Kommt dazu noch eine gute Stellung und nicht zu vergessen die nur leicht überstehende Granne, verstärkt dies das Zeichnungsbild ganz entscheidend. In den Spitzenzuchten sah man durchweg sehr gute Körperformen, wobei Reinhold Ellenberg vielleicht die kräftigsten Tiere mit hohem Gewicht  zeigte. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass Englische Schecken einen leicht gestreckten Körper haben sollten. Hier gefiel mir die Siegerhäsin (97,5 Pkt.) von Michael Büscher ganz besonders. Er wurde mit 484 Pkt. gleichauf mit Reinhold Ellenberg erster Rassemeister. Schön, dass mit Kai Grönemeier und ebenfalls 484 Pkt. ein „überregionaler Neuling“ auf dem dritten Platz folgte und auch noch den Siegerrammler mit 97,5 Pkt. stellte. Da haben sicherlich die starken westfälischen Zuchten einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet! Dazu passten auch Siegfried Gottschlichs farblich überragende Tiere. Sowohl in seiner Linie als auch in der von Michael Büschers Tieren trat der rußartige Anflug an den Körperstellen deutlich in Erscheinung, an denen die Thüringer ihre Abzeichen haben. So sollte es sein! Dicht hinter dem Spitzentrio stellte Siegfried Gottschlich zwei v-Tiere und Claus Paukerl und Marielle Lengert je eines.

 

Als letzter Farbenschlag folgten die Englischen Schecken, dreifarbig. Da von den gemeldeten 33 Tieren komplett zwei Zuchten fehlten, war die Konkurrenz leider wieder einmal sehr überschaubar. Ich verstehe einfach nicht, warum diese farbenfrohe Variante nicht mehr Anhänger und Aussteller findet. Dadurch schreitet die Entwicklung einfach nicht oder nur kaum voran. Die Qualität „der drei F“ in Form, Fell und Farbe ist zweifelsohne vorhanden und dies sogar in etwas differenzierten Typen. Die Zuchtlinie von Philippe Ecksteine ist etwas voluminöser und kräftiger im Bau. Dagegen zeigt Thomas Schmidt die etwas eleganteren Typen. Fortschritte wurden unstrittig in der Rumpfzeichnung gemacht. Mehrfach sah man schön aufgelockerte und frei stehende Zeichnungspunkte. Ebenso waren Durchsetzungen der Zeichnungsfarben die Ausnahme. Thomas Schmidt sicherte sich mit 483,5 Pkt. die Meisterschaft vor Philippe Eckstein mit 482,5 Pkt. Beide „teilten“ sich auch die Siegertiere mit je 97 Pkt. wobei ich die außerordentliche Ohrstruktur der Siegerhäsin von Thomas Schmidt herausstellen möchte. Daneben stellten Eleonore Broeckmann und Franz Josef Thelen insgesamt 8 Tiere die sehr gute 95 bis 96,5 Pkt. machten.

 

Der Zwergschecken-Reigen begann mit 60 Exemplaren im schwarz-weißen Farbenschlag. Diesem Farbenschlag scheint „etwas die Luft ausgegangen“ zu sein. Schließlich war es die „Schwarzen“, die in erster Linie den Zwergenboom bei den Schecken ausgelöst hatten! In diesem Jahr fiel eine Verlagerung auf andere Farbenschläge auf. Die Konkurrenz war von einem deutlich überragenden Josef Konrad geprägt. In der absoluten Spitze stellte er mit einem genialen Altrammler (98,5Pkt. …20/19,5/14,5/15/14,5/10/5) das beste Tier der Schau. Dabei muss man wissen, dass dieser Rammler mit „nur“ 98 Pkt. im vergangenen Jahr ebenfalls der beste Rammler war. Die fantastische Leistung des Züchters wurde mit der Siegerhäsin (97,5 Pkt.) und der Rassemeisterschaft (485 Pkt.) gekrönt. Zur deutlichen Abgrenzung von den Typenzwergen wurde seinerzeit ja bewusst eine relative große Gewichtsspanne für die Zwergschecken vorgegeben, die sich auch bewährt hat. Dabei bevorzugt Josef Konrad zweifelsohne den relativ kleinen Zwergentyp mit sehr markanten Kopf- und Ohrstrukturen. Zwangsläufig muss dann auch die Länge des sehr dichten Fellhaares angepasst sein. Bewertungstechnisch recht auffallend war, dass nur vier verschiedene Züchter Tiere mit einer 15er Kopfzeichnung stellten. Im Allgemeinen sollten die Augenringe etwas schmaler werden, wobei das schon „klagen auf hohem Niveau“ ist. Ein Rassevertreter von Klaus Augustinowitz wurde auch mit einer 15er Rumpfzeichnung hervorgehoben. Ganz tolle Rassevertreter mit durchgängig 14er Fellhaarstrukturen und einem Tier mit einer 19,5 in Pos. 2 stellte die Zgm. Schmitz/Rau und wurde mit 481 Pkt. dritter Rassemeister. Dazwischen platzierte sich Andre Fink mit Tieren, die in Kopfzeichnung und vor allem farblich sehr gut waren. Er erzielte 481,5 Pkt. und seine tolle Siegerhäsin machte 97,5 Pkt. Das hohe Niveau dieses Farbenschlags wurde durch je 2 v-Tiere von Klaus Augustionwitz und Heinrich Richly sowie einem v-Tier von Franz Josef Schehl unterstrichen.

 

Einige Jahre lang gehörten die Farbenzwerge, blau-weiß, in Bezug auf die Ausstellerzahlen etwas zu den Sorgenkindern. Mit 42 Rassevertretern sahen wir nun in Wallmerod eine feine Konkurrenz unter 8 Züchtern. Das Punkteniveau lag zwar zu Recht etwas unter dem Niveau der schwarz-weißen Zwerge. Auf die zulässigen Größenunterschiede bzw. Gewichtsspannen möchte ich in diesem Farbenschlag nicht eingehen, vielmehr einmal auf Läufe und Stand. Dabei sollte sich jeder Leser dieser Zeilen einmal die beiden Siegertiere in diesem Farbenschlag ansehen! Ich kann nur sagen: „Züchterherz, was willst du mehr?!“ Diese beiden Sieger kamen mit je 97 Pkt. von Heinz Schuh und Dieter Heuschele. Letzterer stellte „nur“ 5 Tiere -darunter ein Alttier- aus. Mit einem weiteren Jahrgangstier wäre die Meisterschaft nur über ihn gegangen, denn 2 v-Tiere hatte sonst niemand. Er zeigte deutlich die besten Zeichnungsmerkmale in der Konkurrenz. Andererseits ist es auch schön, wenn sich neue Namen in den Vordergrund drängen können. Deshalb ist die Leistung von Heinz Schuh hoch anzuerkennen, der mit sehr ausgeglichenen, homogenen Tieren und 482,5 Pkt. souverän die Konkurrenz für sich entschied. Mit recht deutlichem Abstand folgten Inge Wiegener mit 477,5 Pkt. und Jürgen Koch mit 477 Pkt. Zwei schöne Rassevertreter (jeweils 96,5 Pkt.) von Jan Burgsthaler und Koen Evens sollte man durchaus hervorheben.

 

Auch die Zwergschecken, havannafarbig-weiß, waren mit 69 Rassevertretern stärker und auf deutlich besserem Niveau als in den Jahren zuvor ausgestellt. Die Tiere erschienen vor allem in Pos. 2 verbessert und lange schmale Tiere, vielfach mit spürbaren Hüftknochen ausgestattet, waren in der Unterzahl. Die Körpergösse ist aber hier wie in kaum einem anderen Farbenschlag aufgespalten.  Die Seitenflecken erschienen mir in der Breite der Zuchten etwas kleiner und freistehender zu werden. In diesem Zusammenhang zeichnet sich wohl auch ab, dass die Standardfachkommission entsprechend der Intension des Arbeitskreises die bisher vorgegebene Größe der Punkte deutlich nach unten korrigieren wird. Das entspricht einfach der Realität und dem heutigen Stand der Zucht und ist kein Streben nach neuen Zielen! Enger wie kaum zuvor war schließlich das Ergebnis: Dieter Heuschele wurde mit 483,5 Pkt. Rassemeister, recht knapp vor den punktgleichen Barbara Schneemann und Thomas Hengeler mit je 482 Pkt. Während Dieter Heuschele in Pos. 2, 3 und 4 die Maßstäbe setzte, gefiel bei Thomas Hengeler, die durchgehende 14 im Fellhaar. Dagegen waren die Tiere von Barbara Schneemann eigentlich in allen Positionen sehr ausgeglichen. Die beiden Siegertiere kamen mit je 97 Pkt. von Barbara Schneemann und Dieter Heuschele. Neben den Genannten zeigte auch Heinrich Richly ein v-Tier. Ferner wurden von Jens Günter zwei Zwergschecken, einfarbig, havannafarbig, ausgestellt.

 

Mit 73 Rassevertretern bei den Zwergschecken, dreifarbig, gab es in diesem Jahr eine quantitativ und qualitativ ausgezeichnete Konkurrenz. Mir erschien, dass sich der Gewichtsrahmen  im mittleren Wert von ca. 1.600 g mehr und mehr stabilisiert. Farblich gab es noch deutlicher als bei den Rheinischen Schecken das volle Spektrum von Hellgelb bis zum satten Gelbrot alles zu sehen. Beim Betrachten der Tiere fielen mit die hervorragenden Kopfstrukturen und noch besseren offenen und im Gewebe festen Ohrstrukturen der Zucht von Volker Günther auf. Auch Rumpfbreite und Rückenlinie stimmten und so hatte er mit sechsmal 19 in Pos. 2 und den besten „Fellhaar-Noten“ der Konkurrenz die eindeutig besten Tiere. Mit in dieser Punktzahl zurückliegend selten erreichten 484,5 Pkt. sicherte er sich die Meisterschaft und nannte beide Siegertiere mit je 97 Pkt. sein Eigen. Auf den nächsten Plätzen folgten mit Hermann Höflich (483,5 Pkt.) und Klaus Diekhues (480,5 Pkt.) zwei westfälische Züchter. Dieser Club war vor einigen Jahren in diesem Farbenschlag führend und hat nunmehr sicherlich wieder einen prima Anschluss gefunden. Im Rassewert waren die zuletzt Genannten dem erfolgreichsten Züchter ebenbürtig. Andreas Müller präsentierte ebenfalls eine in allen Positionen ausgewogene Linie und erhielt für zwei 96,5er Ehrenpreise.

 

…. Und das Beste kam zum Schluss! Es war die Konkurrenz der für diesen Farbenschlag stattlichen 22 Zwergschecken, thüringerfarbig-weiß. War zurückliegend Günter Haußler mehr oder weniger „Einzelkämpfer auf hohem Niveau“ stahlen ihm Wolfgang Knuth und Stefan Rottauscher die Show. Um in einer solchen Rasse 2 x 97, 1 x 97,5 und 3 x 98 Punkte zu vergeben, müssen schon mehrere Faktoren zusammenkommen: Neben vorzüglichen Tieren dürfen die Preisrichter nicht versuchen, nach Fehlern zu suchen, sondern das Schöne am Tier sehen, einen gewissen Mut mitbringen und der Obmann muss die „Ausnahmesituation“ erkennen. Alles kam zusammen und wer die Tiere gesehen hat, wird das Resultat respektieren und auch bewundern! Angefangen vom Typ, über Fellhaar bis zum größtenteils perfekten Rassewert sah man Traumtiere. Beide hätten die Meisterschaft verdient gehabt. Wolfgang Knuth hatte das entsprechende Glück des Tüchtigen und erzielte punktgleich vor Stefan Rottauscher 484,5 Pkt. Dafür stellte Letzterer mit seinen beiden 98igern die beste Häsin der Schau und den Siegerrammler. Gespannt darf man sein, ob zukünftig noch mehr Züchter „auf den Zug aufspringen“.

 

Abschlussgedanken

Wir erlebten eine Schau mit einigen Superlativen, die zu aufrichtigem Dank seitens der Aussteller verpflichtet. Ist Rasse-Kaninchenzucht so nicht schön?! Wir können alle dazu einen Beitrag leisten, indem wir nicht durch falschen Ehrgeiz versuchen, die Natur zu überwinden. Dann sollte es auch ein Leichtes sein, dass wir uns im nächsten Jahr am 13./14 Oktober in Königsmoos in der Nähe von Ingolstadt wieder in alter Freundschaft und Kameradschaftlich zur 44. Überregionalen treffen. Dass es zwischendurch einen neuen Standard geben wird, werden „alte Hasen auf Niveau der Großschauen“ kaum merken. Die wichtige Basis, die nur eine sehr kleine Zucht betreiben kann oder will und der von uns zu „pflegende“ Anfänger, der vor den „Schwierigkeiten der Scheckung“ bisher zurückschreckte, wird aber zweifelsohne durch die neuen Regularien in die Lage versetzt, vermehrt und leichter Schecken auszustellen. Schecken sind nämlich einfach nur schön, auch wenn ein Kleinschecke nur zwei Seitenflecke oder eines kleines weißes Büschel im Aalstrich hat!

Werner Winkens

 

 


42. Scheckenclub-Vergleichsschau 2016 in Schönbach.

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Mit fantastischer Tierzahl von 1286 der RHD getrotzt!

42. Überregionale Scheckenclub-Vergleichsschau in der Oberlausitz

 

Nach 10 Jahren fand zum zweiten Male die Schau in den neuen Bundesländern statt. Am Wochenende des 08./09. Oktobers führte uns der Weg nach Schönbach in den südöstlichsten Zipfel der Republik und so mancher  musste mit Blick auf die Tachonadel des Pkw erkennen, dass währende Scheckenfreundschaft  800 km einfache Fahrtstrecke wert sein sollte! Und, um das Wichtigste vorwegzunehmen: Es kamen wieder rund 160 Züchterinnen und Züchter aus 19 Landesverbänden, aus Österreich, Belgien, Frankreich, Südtirol und den Niederlanden, um unser gemeinsames Fest zu feiern. Gastgeber waren die drei Scheckenclubs aus Sachsen, nämlich der Englische Scheckenclub Sachsen mit Hans Berude an der Spitze, der Scheckenclub Westsachsen-Erzgebirge mit Jens Günther und der Lausitzer Scheckenclub mit Andreas Wego als Ausstellungleiter. In einem Atemzug muss man den ortsansässigen Rassegeflügel- und Rassekaninchenzuchtverein nennen, die ihre Halle zur Verfügung stellten und auch für die ausgezeichnete Bewirtung verantwortlich waren. Erstmals standen unsere Tiere in einer dreigeschossigen Halle, was jedoch zu keinerlei Problemen mit den Transportbehältnissen weder bei der Einlieferung noch Auslieferung führte. Viele fleißige Hände packten mit an, so dass auch ältere Züchterfreunde die Tiere schon in den Gehegen hatten, als sie noch nicht einmal alle Bekannten begrüßt hatten. Im Übrigen war die Halle aufgrund langer und großer Fensterreihen sehr hell und ich kann mich nicht erinnern, jemals jedes einzelne Tier so gut auf einer Schau gesehen zu haben. Punktuell wertete eine herbstliche Dekoration den freundlichen Gesamtrahmen auf.

 

Die Feste feiern wie sie fallen!

Klar ging es in erster Linie um unsere Kaninchen… um unsere Schecken! Aber was wäre eine Überregionale Scheckenclub-Vergleichsschau ohne Ausflug, ohne Klönabend und ohne zünftigen Züchterabend? Das scheint schon etwas Besonderes zu sein, denn erfreulicherweise fahren regelmäßig auch sehr viele Ehefrauen und Partner mit, um mit alten Bekannten Neuigkeiten auszutauschen, neue Freundschaften zu schließen und auch andere Regionen kennen zu lernen. So führte in diesem Jahr der Tagesausflug zur Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas. Bei herrlichem Wetter bot sich ein wunderbarer Blick auf das Elbsandsteingebirge und die unterhalb des Tafelberges verlaufende Elbe. Nach einer Führung führte die Fahrt dann weiter über Pirna und Stolpen in ein Kunstgewerbemuseum. Kurzweilig endete die Fahrt dann wieder an der Ausstellungshalle wo dann schon fast der Klönabend begann. Jedenfalls drehten sich schon vor der Halle die Schweinekeulenspießbraten auf loderndem Feuer. In der Vereinsgaststätte gab es nach kurzer Zeit und „verdauten Bewertungsergebnissen“ nur noch Sieger. Kaum zu glauben, dass die Rheinländer zu den letzten Gästen zählten!?

Auch der mit rd. 250 Personen besuchte Züchterabend in einem rustikalen Saal eines in der Nähe liegenden Gasthofes erfüllte die Erwartungen. Andreas Wego kam anfänglich ganz schön ins Schwitzen, um alle Gäste unterzubringen und eröffnete anschließend das wohlschmeckende vielseitige Buffet. Anschließend folgte die Ehrung für die Hauptpreisträger, die von drei Darbietungen eines Männerballettes unter Einbeziehung des Publikums humorvoll aufgelockert wurden. Ein Dj ging dann auf die Musikwünsche des Publikums ein und mit Tanz und Frohsinn vergingen die Stunden bis kurz nach Mitternacht. Wenn auch in diesem Jahr nicht ganz die ausgelassene Stimmung aufkam, war es doch ein schöner Festabend.  Zusammenfassend erlebten wir insgesamt ein sehr ansprechendes Rahmenprogramm in der Oberlausitz.

 

Eröffnungsfeier und Ehrenringverleihung

Die Eröffnungsfeier der Schau fand am Samstagmorgen in der Gaststätte der Ausstellungshalle statt. Andreas Wego bedankte sich für das den sächsischen Clubs entgegengebrachte Vertrauen, die rege Beteiligung der Scheckenclubs und die Unterstützung im bisherigen Ausstellungsverlauf. Anschließend begrüßte er die anwesenden Ehrengäste und an der Spitze den Schirmherrn der Veranstaltung, Herrn Bürgermeister Uwe Petruttis. Er zeigte sich stolz,  Gäste aus ganz Deutschland und vielen Nachbarländern in seiner kleinen Gemeinde begrüßen zu dürfen. Scherzend fügte er hinzu, dass die Gemeinde weniger Einwohner habe, als sich Scheckenkaninchen in der Ausstellungshalle befinden. Der ZDRK-Abteilungsleiter für Clubs Detlef Beckers warb in schwierigen Zeiten für Ausdauer und Geduld in unserem gemeinsamen Hobby und wünschte sich mit Blick auf den zu entwickelnden neuen Standard von den Scheckenzüchtern kreative Vorschläge. Landesverbandsvorsitzender Jörg Peterseim ließ es sich nicht nehmen, bereits jetzt für die nächste Bundesschau in seinem Verband zu werben. Auch sein Clubobmann Jens Petzold war ebenso der Einladung gefolgt wie Jörg Grafe, Vorsitzender KV Löbau, und Michael Pech, Vorsitzender des Vereins der Kleintierzüchter von Schönbach. Ein ganz besonderer Gruß richtete Andreas Wego an Hartmut Ebermann vom benachbarten sächsischen Kaninchenmuseum, das gerne besucht werden könne.

Schon traditionell wurde abschließend dem Leiter  des Arbeitskreises die Ehre zuteil, einen verdienten Züchter mit dem Goldenen Scheckenring auszuzeichnen. Die Wahl fiel auf ein „Urgestein“ der sächsischen Scheckenzüchter,  Rolf Schmiedel, der zu den verdienstvollsten Scheckenzüchtern Mitteldeutschlands zählt. Leider war sein Wirken nur wenigen der Anwesenden bekannt. Nach seinem Eintritt in den Club im Jahre 1967 war er viele Jahre Kassierer und immer Vorbild und Ratgeber für jüngere Züchter. Vor der Wende erreichte er mit seinen Englischen Schecken, schwarz-weiß, hohe Auszeichnungen auf allen Schauebenen und stellte nach der Wende auch auf mehreren Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen aus. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn, ab 2014 kürzer zu treten. Obwohl er heute keine Schauen mehr beschickt, hat er immer noch große Freude an seiner Lieblingsrasse. Sehr erfreut und gerührt nahm er unter dem Applaus der Anwesenden die Auszeichnung mit Dank entgegen.

 

Messen aller Ohrlängen als Basis für Standard-Überarbeitung

Die Bewertung fand wie seit Jahren im ABCD-Modus und aufgrund der sehr stabilen Tierzahlen in den letzten Jahren fast immer in fünf Gruppen statt. Mehrheitlich waren die Preisrichter auch Scheckenzüchter und die Obleute Johann Vrielink, Jens Petzold, Hans-Reinhard Naumann, Detlef Beckers und Jens Jadischke betreuten je eine Gruppe. Die Bewertung lief recht zügig und erfreulicherweise brauchte nur wenige Male etwas übertriebenes Schaufertigmachen mit einer 12,5 im Fellhaar geahndet zu werden. Zusätzlich hatten die Preisrichter auch die Aufgabe übernommen, die Ohrlängen aller Tiere zu messen und tabellarisch zu erfassen. Die Arbeitsgemeinschaft hatte eine entsprechende Anregung der Standard-Fachkommission aufgenommen, um so erstmals 

 

Die Rassekritik

Bevor ich auf die einzelnen Rassen und Farbenschläge näher eingehe, möchte ich im Block die Hauptpreisträger nennen. Dabei ist die Mannschaftswertung, vergeben auf die besten 12 Tiere –maximal vier aus einer Rasse-  zweifellos das herausragende züchterische Ziel eines Clubs. In diesem Jahr gewann kamen die Clubs aus Westfalen und Württemberg-Hohenzollern mit 1.166 Pkt. gleichauf ins Ziel. Dicht darauf folgten mit 1.165 Pkt. ebenfalls wieder zwei Clubs, nämlich Bayern und Hannover. Rheinland-Nassau wurde schließlich mit 1.163,5 Pkt. Fünftplatzierter. Die beste Gesamtleistung eines Züchters, vergeben auf 6 Tiere,  hatte Ralf Conzelmann (DRSch, schw.-weiß, 583,0 Pkt.), gefolgt von Michael Löhr (ESch, schw.-weiß, 583,0 Pkt.), Josef Kivilip (ESch, schw.-weiß, 582,5 Pkt.), Erik Büscher (ESch, schw.-weiß, 582,5 Pkt.) und Jens Jadischke (RSch, 582,0 Pkt.). Josef Konrad zeigte mit 98,0 Pkt. den besten Rammler der Schau, und die beste Häsin hatte Michael Löhr auf ESch schw.-weiß mit ebenfalls 98,0 Pkt. Die Rassemeister und -sieger werden im nachstehenden Bericht bei den jeweiligen Rassen und Farbenschlägen genannt.

Mit 238 Deutsche Riesenschecken, schwarz-weiß, wurde das letztjährige Beschickungsergebnis deutlich übertroffen und so waren die „Könige“ der Scheckenrassen auch die zahlenmäßig stärkste Rasse dieser Schau. Ebenso war weitgehend eine tolle Qualität zu bewundern. Mir schien aber, dass  aufgrund der lang anhaltenden hohen Temperaturen im Sommer und Herbst der Entwicklungsstand in den Positionen 1 und 3 gegenüber den letzten Jahren etwas nachhinkte. Diese Aussage gilt natürlich auch für die anderen Farbenschläge der Riesenschecken. Dennoch erreichten und übertrafen viele Tiere die 7 kg-Marke und die Preisrichter zeigten bei der Bewertung trotz mehr oder weniger starker Haarung viel Fingerspitzengefühl, wobei die 14,5 nicht vergeben wurde. In Körperform, Typ und Bau sah man unter anderem bei Ralf Conzelmann einige sehr herausragende Rassevertreter und die Preisrichter setzten zu Recht mit 3x19,5 ein deutliches Zeichen. Die Tiere zeigten tolle Läufe, markante Köpfe und prima Ohrstrukturen.  Auch die Kopfzeichnung mit ausgeprägtem Schmetterling, nicht zu breiten Augenringen, frei stehenden Backenpunkten und der übergangslos abgesetzter Ohrenzeichnung war in dieser Linie vom Feinsten. So wurde der Zuchtfreund mit stattlichen 487,0 Pkt. zum ersten Male auf der Überregionalen erster Rassemeister und konnte sich an beiden Siegertieren, die jeweils 97,5 Pkt. machten, sicherlich sehr erfreuen. Noch höher ist einzustufen, dass er auch mit 583,0 Pkt. die beste Gesamtleistung der Schau stellte. Herzlichen Glückwunsch!!! Dem am nächsten kamen die Tiere von Norbert Leitner, der mit 484,5 Pkt. zweiter Rassemeister wurde. Seine Tiere waren „hoch im Gewicht“ und zeigten wohl den besten Rassewert der Konkurrenz. Vor allem gefielen mir die auf den Schenkeln freistehenden Seitenflecken, die gleichmäßig breiten Aalstriche und die vorzügliche lackschwarze Farbe von der Nasen- bis zur Blumenspitze. Vergaben die Preisrichter in der Kopfzeichnung im Durchschnitt die 14,5, sahen sie nur sehr wenige Rassevertreter mit einer 15 in der Rumpfzeichnung. Dennoch muss man feststellen, dass diese wohl nur sehr schwierig zu stabilisierende Position sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Ein gutes Beispiel hierfür waren auch die Rassevertreter von Holger Dahlem, der mit 482,5 Pkt. dritter Rassemeister wurde. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass mir mehrere Tiere von Franz-Josef Neumann und Manfred Prieß auffielen, die in Struktur und Länge (18 cm) hervorragende Ohren zeigten. Neben den bereits Genannten zeigten die ZGM Holzer-Schneider, Christian Hoegler und Andreas Wego je ein v-Tier. 

 

Seit einigen Jahren sieht man nur noch recht wenige Deutsche Riesenschecken, blau-weiß. Von den nur 17 Tieren fehlten noch 7 Tiere, so dass Hermann Abeling praktisch ohne Konkurrenz mit 480,0 Pkt. Rassemeister wurde. Bei einem Gewicht um die 6,7 kg zeigten sie den leicht gestreckten Körperbau und sehr gute Ohrstrukturen. Ein Altrammler wurde in Position 2 mit 19,5 hervorgehoben, hatte aber wie der gesamte Stamm recht schwache Fellhaarstrukturen. Dagegen waren die „drei F“, Form, Fell und Farbe die Stärke eines hv-Tieres von Paul Janssen. Hoffentlich finden sich in den nächsten Jahren mehr Gleichgesinnte, die diesen Farbenschlag zu alter Stärke verhelfen!

 

Genau anders herum ist die Entwicklung bei den Deutschen Riesenschecken, havannafarbig-weiß, in den letzten Jahren verlaufen. Mit 50 Rassevertretern -darunter ein homozygotes Tier- standen noch einige Tiere mehr in der Konkurrenz als in den Vorjahren und auch die Qualität konnte sich sehen lassen. Den besten Gewichtsrahmen zeigten wiederholt  die Tiere von Walter Gutheber und eines seiner Tiere wurde mit einer 19,5 in Position 2 hervorgehoben, hatten allerdings schwache Fellhaarstrukturen und Seitenzeichnungen. Auch im Rassewert sah man die ein oder andere negative Bemerkung, so dass er in der Meisterschaft auf 479,5 Pkt. kam und den dritten Platz belegte. Mit jeweils 481,0 Pkt. belegte  Jens Günther den ersten Platz vor Hans Ströhle. Während die Tiere des Erstgenannten formlich überzeugten, zeigten die Tiere von Hans Ströhle überwiegend dichteres Fellhaar. Nur wenige der ausgestellten Tiere in diesem Farbenschlag erhielt die 15 in der Kopfzeichnung. In der Rumpfzeichnung war die 14,5 das Maß der Dinge, weil leichte und grobe Seiten noch verbreitet waren.  Farblich sah man etliche Tiere mit weißdurchsetzten Ohrenrändern. Das hochfeine und im Typ überzeugende Siegertier kam mit 97,0 Pkt. von Jens Günther und war im Rassewert sicherlich das schönste Tier in diesem Farbenschlag. Auch Bernd Klein stellte ein v-Tier. 

 

Mit 173 Rheinschen Schecken wurde das Meldeergebnis der letzten Jahre deutlich übertroffen. Dazu trugen insbesondere Winfried Kalowsky mit stattlichen 28 Tieren und Jens Jadischke mit 19 Tieren bei, die ohne Tierzahlbegrenzung aus dem „vollen“ schöpften und dies auch mit Klasse! In den letzten Jahren habe ich bei den Rheinischen Schecken in zweierlei Hinsicht einen gewissen Wandlungsprozess beobachtet. Vermehrt haben nunmehr auch die Züchter der Rheinischen Schecken erkannt, dass „etwas kürzeres Fellhaar“ und nicht  allzu lang überstehende Granne Abzeichen und Farbe besser erscheinen lässt. Der zweite Prozess findet meines Erachtens zurzeit in Position 2 statt. Ich habe noch Zuchten vor Augen, bei denen die Tiere fast so breit wie lang waren und Züchter und Preisrichter fanden das wohl auch schön. Was hat das aber mit der Standardforderung nach einem gestreckten Körper zu tun? Prominentester und sehr erfolgreicher Züchter, der „zum Standard zurückgekehrt ist“, ist Stefan Rottauscher. Mit deutlich veränderten Typen belegte er in der Rassemeisterschaft mit 484,5 Pkt. den zweiten Platz hinter Jens Jadischke, der auf tolle 485,5 Pkt. kam. Beide zeigten Tiere jenseits der 4 kg und hatten jeweils ein Tier mit 19,5 in Position 2. Hinzu kam, dass die Tiere von Stefan Rottauscher allesamt eine 15 in der Kopfzeichnung und eine 10 in der Farbe hatten. Die etwas besseren Rumpfzeichnungen kamen hingegen von Jens Jadischke, der zudem beide Siegertiere mit 97,5 und 98,0 Pkt stellte. Die herausgehobene Siegerhäsin war  auch das einzige Tier in der Rasse, das eine 14,5 im Fellhaar bekam.  Auch die Tiere des Drittplatzierten Gerhard Sparborth (484,0 Pkt.), der nach meiner Erkenntnis erstmals auf dem Siegertreppchen stand, verkörperten einen prima Rassetyp und standen den Erstplatzierten kaum nach. Hervorheben muss man seine  97,5er Häsin mit dem besten Rassewert der Konkurrenz (15/15/10). Das prima Gesamtergebnis wurde durch drei v-Tiere von Wilfried Kalowsky und je ein v-Tier der ZGM Scholl/Zeutzheim, Jörg Giebeler, Olaf Braunholz und Nicole Gerlinger aufgewertet. 

 

Nach 158 und 167 Kleinschecken, schwarz-weiß, in 2014 bzw. 2015 präsentierten sich in diesem Jahr immerhin 193 dem Preisrichterquartett. Da im letzten Jahr bereits reichlich Kritik seitens der Aussteller an der Bewertung dieser Rasse in allen drei Farbenschlägen geübt wurde und sich dies in diesem Jahr wiederholte, tue ich mich etwas schwer, dies vielleicht auch etwas globaler einzuordnen, scheue dies aber keineswegs, weil so etwas in sachlicher Abwägung „auch das Salz in der Suppe eines Schauberichtes“ sein kann! Fakt ist, dass keiner der im vergangenen Jahr amtierenden Preisrichter und auch nicht der Obmann in 2016 beteiligt waren. Das „Pech“ der Züchter war meines Erachtens insbesondere, dass die Preisrichtergruppe tageslichtdurchflutete Fensterplätze hatte und so manches sehen konnte, was normalerweise verborgen bleibt. So war es kein Zufall, dass es auf wirklich sehr vielen Bewertungsurkunden Bemerkungen für weiße Durchsetzungen der Zeichnungsfarbe in den Ohrrändern, im Aalstrich und auf der Blumenoberseite gab.  Ist das aber wirklich „Pech“? Haben nicht die Preisrichter in Wirklichkeit den Finger in eine Wunde gelegt? Andererseits haben sie auch Zuchten gesehen, bei denen kaum oder keine entsprechende Bemerkungen nötig waren,  allen voran bei Anne Feegers, die alle 8 Tiere mit einer 10 in Farbe ausstellte! Auch möchte ich anmerken, dass in dieser Gruppe mehr als in anderen geschrieben wurde. Das sollten wir uns doch aufklärend und zuchtlenkend wünschen! Natürlich konnte man auf der anderen Seite auch das ein oder andere Tier sehen, das durchaus eine 19 in Position 2  oder viel mehr noch eine 15 in Position 4 hätte machen können… aber das gab es sicherlich auch in anderen Preisrichtergruppen bzw. Rassen! Hier waren vielleicht auch die „betroffenen“ Züchter etwas ruhiger und besonnener. Erster Rassemeister wurde Andreas Langelage mit 484,5 Pkt. vor Anne Feegers mit 383,5 Pkt. und der ZGM Sylvia und Winfried Schreiber. In allen drei Zuchten sah man ein Idealgewicht  zwischen 3,1 und 3,4 kg und vielfach die 19/14. Gleichwohl honorierten die Preisrichter bei der ZGM Schreiber den wohl schönsten gedrungenen Rassetyp mit kurzem kräftigen Kopf und sehr gut strukturierten Ohren völlig zu Recht mit 6x19. Während die Siegerhäsin mit 97,0 Pkt. von Erich Oberlechner aus Südtirol kam, hatte Anne Feegers mit 97,5 Pkt. den Siegerrammler. Ein weiteres v-Tier zeigte Walter Albrecht.

 

Mit 40 Rassevertretern verzeichneten die Kleinschecken, blau-weiß, zahlenmäßig einen leichten Rückschritt. Auch die Qualität war nicht zuletzt aufgrund des Fehlens der Erstplatzierten des Vorjahres nicht ganz so hoch. Dennoch hinterließen die Tiere überwiegend einen guten Gesamteindruck. Vor allem die Tiere von Klaus Schipper, der mit 483,0 Pkt. deutlich und völlig unstrittig erster Rassemeister wurde, bestachen in Position 2. So wurden auch zwei Tiere mit 19,5 hervorgehoben. Der Rassewert wurde jedoch dann wieder „sehr differenziert“ bewertet und wenn beispielsweise ein Preisrichter 9,5 mit der Bemerkung  „Ohrenränder weiß durchsetzt“ vergibt und ein anderer mit exakt der gleichen Bemerkung 8,0 schreibt, ist auch zu Recht ein gewisser Unmut vorprogrammiert. In der Meisterschaft wurde Walter Ebinger mit 479,5 Pkt. Zweiter.  Insgesamt zeigten seine Tiere wie schon seit Jahren beste Rassewerte. Sie waren im Typ jedoch nicht so markant wie bei Klaus Schipper oder wie beim Siegerrammler von Walter Willems, der mit 19,5 in Position 2 und 14,5 im Fellhaar hervorgehoben wurde. 

 

So stand dann auch die Bewertung der 54 Kleinschecken, havannafarbig-weiß, unter „einem ungünstigen Vorzeichen“. Ich meine aber, dass die besten Zuchten klar erkannt wurden und immerhin auch mehr Punkte vergeben wurden als im Vorjahr. Auffallend war das hohe Gewicht in der mit 16 Tieren vertretenen Zuchtlinie von Jörg Stünkel. Trotz einiger Kritikpunkte in Position 2 konnte er dies mit gutem Fellhaar, feinen Kopf- und guten Rumpfzeichnungen kompensien. Er wurde mit 482,5 Pkt. erster Rassemeister. Die acht Tiere von Michael Löhr waren in Position 2 qualitativ etwas gleichmäßiger und zeigten vielfach die erwünschte satte Farbe ohne Durchsetzungen. Er kam auf 481,5 Pkt. auf den zweiten Platz und sein Siegerrammler konnte mit 97,0 Pkt. voll überzeugen. Dem am nächsten kam die ZGM Armin und Susanne Sierth mit 478,0 Pkt. Darüber hinaus hatte auch die ZGM Regen-Bötz ein v-Tier. Letztlich gilt für den blau- und havannafarbig-weißen Farbenschlag, dass sie breiter aufgestellt werden müssen, um in vollem Umfange das Niveau der schwarz-weißen Rassevertreter zu erreichen. 

 

151 Englische Schecken, schwarz-weiß, stellten sich in großer Anzahl, ganz hervorragender Spitzenqualität, aber auch sehr breiter Leistungsdichte der Preisrichtergruppe. Diesen Eindruck, den ich schon beim Einstallen gewonnen hatte, wurde durch die Bewertungsergebnisse untermauert und nachträglich glaube ich feststellen zu dürfen, noch nie eine so hohe ausgeglichene Qualität in dieser Breite gesehen zu haben. Schön, dass die Preisrichter nebst Obmann „auch in die Vollen“ gingen. Die ersten drei Titelträger in der Rassemeisterschaft kamen ferner in der Gesamtwertung der Schau auf die Plätze zwei, drei und vier. Mir aufgefallen, dass sich das Gewicht unter 3 kg eingependelt hat. Die Ohrstrukturen haben sich deutlich verbessert und lange, dünne und faltige Ohren sind fast verschwunden. Auch wirklich grobe und leichte Seiten sah man nur noch recht selten. Handlungsbedarf liegt meines Erachtens jedoch immer noch in der gewünschten (Posthorn-) Schablone, die durch die mehrreihige schräg bzw. gewölbt zu den Weichen hin verlaufende Kettenzeichnung und deren Übergang in die Lenden- und Schenkelpartie gekennzeichnet ist. In den etwas schwächeren Zuchten sah man noch recht häufig „breite“ Zeichnungen außerhalb dieser soeben beschriebenen Schablone. Dass es die eine oder andere Unterbrechung, eine etwas volle oder auch leichte Zeichnung gab und sicherlich auch künftig geben wird,  ist meines Erachtens gegenüber der Forderung nach der Einhaltung der Schablone sekundär, denn die Optik wird in erster Linie durch das „Posthorn“ bewirkt! Dieses wurde in den führenden Zuchten -und nicht nur bei den Erstplatzierten- ganz vorzüglich präsentiert… allerdings auch in einer etwas unterschiedliche Art. Während die Tiere von Michael Löhr (sehr) fein punktiert waren und dadurch zwangsläufig etwas an Farbe verloren, zeigte vor allem Josef Kivilip aber auch Erik Büscher und Wolfgang Knuth etwas kräftigere Punktierungen. Klar ist, dass dabei eine etwas bessere Farbe bewirkt wird. Hier gibt es unstreitig eine Gradwanderung! Formlich waren die Tiere allesamt eine Demonstration der Spitzenklasse mit leicht gestrecktem Körper, und… einen „Engländer“, der keinen perfekten Stand hat, braucht man überhaupt nicht mehr auszustellen! Das fein und gleichmäßig  begrannte Fellhaar war vielfach ebenso eine Augenweide. Vor allem Michael Löhr setzte hier mit 4x14,5 neue Maßstäbe. Letztlich war dies die Basis für seine grandiosen Ergebnisse mit dem ersten Platz in der Meisterschaft (486,5 Pkt.) der besten Häsin der Schau (98,0 Pkt.) und der Siegerhäsin (97,5 Pkt.). Zweiter wurde Josef Kivilip mit 486,0 Pkt. und den dritten Platz belegte Erik Büscher mit 485,5 Pkt. Den Siegerrammler stellte Josef Kivilip mit 97,5 Pkt. Dass Wolfgang Knuth mit vier v-Tieren „leer“ ausging ist ein schwacher Trost auf höchstem Niveau. Es folgten Werner Winkens mit zwei v-Tieren und Jean-Claude Kormann, Florian Rolf und Konrad Leipold mit je einem v-Tier. 

 

Die 76 Englischen Schecken, blau-weiß, standen nicht ganz auf dem Niveau der schwarz-weißen Rassevertreter. Wenn man aber berücksichtigt, dass einige führende Zuchten der letzten Jahre nicht vertreten waren, kann man sowohl mit der Tierzahl als auch mit der Qualität sehr zufrieden sein.  Vor allem schienen die Tiere farblich etwas verbessert. Allen voran setzte hier Eberhard Krüger ein Zeichen, dessen Tiere allesamt eine 10 bekamen und auch in „Form und Fell“ sehr ansprechend waren. Mit 483,0 Pkt. wurde er zweiter Rassemeister. Erstmals auf dem „Treppchen“ kam Marille Lengert aus dem Elsass und wurde Dritte. Ihre Tiere hatten  vorzüglichen Kopf- und gute Rumpfzeichnungen. Augenmerk sollte hier aber auf das knappe Gewicht gelegt werden. Das beste Gesamtergebnis erzielte Karl-Heinz Himpel mit 484,0 Pkt., hatte allerdings auch doppelt so viele Tiere in der Konkurrenz wie die Vorgenannten. In der Spitze punkteten diese durch eine Kombination von 19/14 in „Form und Fell“ in Verbindung sehr sauberen Kopfzeichnungen. Sein herausragender Siegerrammler  war eine Augenweide und wurde meines Erachtens völlig zu Recht mit 97,5 Pkt. deutlich hervorgehoben. Die Siegerhäsin, die für vorzügliche Fellhaarstrukturen gelobt wurde und 97,0 Pkt. machte, kam von der ZGM Christian und Reinhold Barth. Aber auch die Tiere von Jakob Albrecht waren sehr ansprechend, und er stellte neben den Genannten das einzige v-Tier. 

 

Erfreulicherweise hatte sich die Zahl der ausgestellten Englischen Schecken, thüringerfarbig-weiß, mit 89 Tieren gegenüber den letzten Jahren wieder etwas erhöht, waren sie doch vor Jahren in der Masse und auch Klasse den schwarz-weißen Tieren völlig ebenbürtig. In „Form und Fell“ konnten die besten Zuchten durchaus mithalten. Vielfach sah man recht kräftige Typen, die meines Erachtens schon fast am Rande des „etwas gestreckten Körpers“ waren. Die sprichwörtliche Eleganz der Rasse darf nicht verloren gehen! In der Rumpfzeichnung gab es jedoch fast einen Klassenunterschied. Viele Tiere waren in der Punktierung etwas grob und vor allem etwas breit  und „plattig“ gezeichnet. Es fehlte an der im schwarz-weißen Farbenschlag beschriebenen Schablone. Über den gesamten Zuchtstamm gesehen, konnten hier eigentlich nur die Tiere von Michael Büscher überzeugen. So zeigte er auch das einzige Tier mit einer 15 in der Rumpfzeichnung. Nicht vergessen darf man diesem Zusammenhang, dass auch der wie mit einem Pinselstrich gezogene Aalstrich zu dieser Position gehört! Auch farblich gibt es durchaus noch Verbesserungspotential. Manche Tiere waren einfach „zu einfarbig“ und zwar entweder etwas hell oder etwas dunkel. Gewünscht wird wie beim Thüringer die gelbbraune Farbe mit rußfarbigem Anflug an den kurzbehaarten Zeichnungsmerkmalen des Kopfes und an den Schenkeln. Im Fellhaar sah man ausgesprochene Spitzenleistungen und in den drei führenden Zuchten standen mehrere Tiere mit der Traumnote 14,5! Eine tolle Leistung! Erster Rassemeister wurde Reinhold Ellenberg mit 485,5 Pkt., gefolgt von Wolfgang Poser (483,5 Pkt.). Beide Züchter hatten auch ein Siegertier. Wolfgang Poser stellte den Siegerrammler mit 97,0 Pkt und Reinhold Ellenberg die Siegerhäsin mit 97,5 Pkt. Dirk Wohlgemuth zeigte darüber hinaus mit 97,5 Pkt. eine hochfeine Häsin und je ein v-Tier kam von Marille Lengert und Mirko Milimonka. Die Streuung der v-Tiere beweist, dass qualitativ der Farbenschlag erfreulich breit aufgestellt war.  

 

Die Züchter der Englischen Schecken, dreifarbig-weiß, die in diesem Jahr nur mit 30 Tieren in 4 Zuchten vertreten waren, müssen aufpassen, dass der jüngste, sehr attraktive Farbenschlag nicht den Anschluss verliert. Nur eine Kombination aus werben, ausstellen und gute Tiere abgeben -leider war kein Tier verkäuflich gemeldet-, kann zu einer besseren Verbreitung beitragen.  Die Qualität stimmte in allen vier Zuchten. Man sah durchweg prima Typen und sehr gutes Fellhaar. Auch die Kopfzeichnung konnte zu Recht mit 14,5 bzw. 15 bewertet werden. In der Rumpfzeichnung hatten die Tiere von Philippe Eckstein jedoch klare Vorteile. Auch der etwas voluminösere Rahmen konnte gefallen. Er wurde mit 483,5 Pkt. erster Rassemeister. Im Übrigen war die Ketten- und Seitenzeichnung noch recht zusammenhängend. Die besondere Eigentümlichkeit dieser Rasse, nämlich die Zweifarbigkeit (schwarz-gelb) der Zeichnungsfarbe wurde sehr ordentlich gezeigt. Mit 482,0 Pkt. folgte Franz-Josef Thelen auf dem zweiten Platz in der Rassemeisterschaft. Er zeigte mit 97,0 Pkt. den Siegerrammler. Aber auch in den beiden anderen Zuchten von Thomas Schmidt und Reinhold Opfermann stand je ein v-Tier. 

 

In diesem Jahr wurden mit 89 Zwergschecken, schwarz-weiß, und 3 homozygoten deutlich mehr Tiere ausgestellt. Die Gewichtsspanne zwischen 1,4 und 1,9 kg wurde ausgenutzt, wobei sich fast alle Zuchten im oberen Drittel der Spanne bewegten. Seit vielen Jahren bevorzugen Dieter Heuschele und Josef Konrad jedoch den eher etwas kleineren Typ mit zwangsläufig auch etwas kürzeren Ohrstrukturen. Dazu zählte auch der alles überragende Rammler von Josef Konrad, der zum besten Rammler der Schau gekürt wurde und 98 Pkt. (20/19/14/15/15/10/5) machte. Insgesamt fiel auf, dass doch recht viele Tiere in Position 2 für Brustfell, schmale Form und eckige Hinterpartien und etwas zu lange Ohren bestraft wurden. Bei einem Gewicht von 1,8 kg bzw. knapp 1,9 kg lassen sich meines Erachtens auch kaum Ohren von unter 7 cm realisieren. Das kurze und mit gleichmäßiger Begrannung ohne weit überstehende grobe Haarspitzen geforderte Fellhaar wurde auf breiter Front sehr gut gezeigt. Dies war auch das herausragende Merkmal der Siegerhäsin von Klaus Augustinowitz, die 97,5 Pkt. machte. Auch der Siegerrammler kam mit 97,0 Pkt. von ihm. Seine Tiere zeigten im Durchschnitt die besten Rumpfzeichnungen. Darunter waren gleich zwei Tiere, die eine 15 bekamen. Er hat sicherlich mit seiner Zucht gegenüber den Vorjahren einen deutlichen Qualitätssprung gemacht und wurde mit 483,0 Pkt. erster Rassemeister vor Dieter Heuschele mit 482,5 Pkt. Es ist Chronistenpflicht darauf aufmerksam zu machen, dass im Frühjahr Dieter Heuschele die Ehre hatte, 20 Tiere in die USA zu exportieren, um so maßgeblich diese Rasse mit aufzubauen. So konnte er in diesem Jahr nur den immer noch sehr ansehnlichen „zweiten Anzug“ präsentieren. Den 3. Platz in der Rassemeisterschaft belegte Inge Wiegner mit 478,5 Pkt.  

 

Nur 23 Zwergschecken, blau-weiß, stellen eine zahlenmäßig sehr schwache Konkurrenz dar und so konnte einerseits kein Siegertier und nur ein Rassemeister vergeben werden, den Inge Wiegner sich mit 480,5 Pkt sicherte. Der Gewichtsrahmen lag zwischen 1.570 und 1.790 Gramm. In „Form und Fell“ waren die Tiere auf sehr gutem Niveau ausgeglichen. Darüber hinaus zeigte eines ihrer Tiere einen vorzüglichen Rassewert und kam auf 97,0 Pkt. Einige Tiere waren allerdings auch etwas grob gezeichnet. Dieter Heuschele zeigte nur zwei Tiere, die aber herausragende 97,0 bzw. 97,5 Pkt. machte. Es waren prima Typen mit herausragenden Kopfzeichnungen und satten Farben. 

 

Die 50 Zwergschecken, havannafarbig-weiß, sowie 3 homozygote Tiere waren seit Jahren sowohl im Gewichtsrahmen aber auch in den einzelnen Positionen von allen Zwerg-Farbenschlägen am wenigsten ausgeglichen. Man ist hier auf einem sehr guten Weg, das zu ändern. Ich meine, bisher noch keine so eine niveauvolle Konkurrenz auf einer Überregionalen gesehen zu haben. Ohne Prophet zu sein, wäre diese noch besser gewesen, wenn Dieter Heuschele mehr als nur seinen hochfeinen Altrammler (97,5 Pkt./Sieger) hätte ausstellen können. Die Tiere haben zwar etwas pauschal ausgedrückt den höchsten Gewichtsrahmen und auch die längsten Ohrstrukturen unter den Zwergschecken, aber bewusst will man sich ja von Typenzwergen absetzten… mit Erfolg!!! Diesbezüglich waren 10 Tiere von Jens Günther eine Augenweide und bildeten vom Typ über den Rassewert und ganz besonders in der Farbe eine Einheit. So war es absolut konsequent, dass er deutlich mit  483,5 Pkt. erster Rassemeister vor Heinrich Richly (478,5 Pkt.) und der ZGM Sierth (477,0 Pkt.) wurde. Für die Ausgeglichenheit des Niveaus sprach auch, dass die ZGM Groß zwei v-Tiere, darunter die Siegerhäsin mit 97,0 Pkt. stellte. Die ZDM Groß stellte  auch die drei homozygoten Tiere, von denen eins vorzüglich machte.  Diese positiven Äußerungen dürfen nicht darüber täuschen, dass einige Tiere noch etwas schmal waren, loses Brustfell oder Hüftknochen zeigten. Auch das Fellhaar sollte noch etwas dichter und kürzer werden. Dennoch: Das Gesamtpaket stimmte!

 

Im dritten Jahr nach ihrer  Anerkennung wird immer mehr deutlich, dass es die Zwergschecken, thüringerfarbig-weiß, sehr sehr schwer haben werden, sich zu behaupten. Nur Gisela Köck stellte 7 Rassevertreter…allerdings auf prima Niveau. Immerhin erzielte sie 4xhv! Allesamt sah man gute Typen mit außergewöhnlichen Fellhaarstrukturen (2x14,5) und auch der Rassewert war mehr als nur ansprechend. Aber… eine solche Leistung macht eigentlich erst Spaß in einer richtigen Konkurrenz! Hoffen wir also auf das nächste Jahr!

 

Was ist los mit den Zwergschecken, dreifarbig-weiß, die nur noch mit 43 Tieren vertreten waren? Noch vor zwei Jahre sah man mehr als doppelt so viele Rassevertreter und letztes Jahr waren es noch 64. Auch die Ausstellerzahl hat deutlich abgenommen, so dass ich schon einmal vorsichtig die Alarmglocken läuten möchte, denn eine Abwanderung in andere Farbenschläge hat auch nicht stattgefunden. Qualitativ waren die Tiere meines Erachtens prima aufgestellt. Dabei hat sich der Größenrahmen stabilisiert und bei den Erstplatzzierten sah man tendenziell Tiere, die nicht leichter werden sollten. Dies galt in erster Linie für einige Tiere von Anne Meinema, der mit einem ausgeglichenen Stamm und 478,5 Pkt. zweiter Rassemeister wurde. In Körperform, Typ und Bau  zeigte Volker Weppler die besten Tiere und wurde mit feinen 482,5 Pkt. erster Rassemeister. Auch sein Rassewert konnte sehr gefallen. Aushängeschild war hier sicherlich sein Siegerrammler mit 97,0 Pkt.  Leider nur zwei, aber ganz ausgezeichnete Tiere, stellte Otmar Pötz mit  97,0 und 96,0 Pkt. Recht viele Zwerge zeigten eine ordentliche schwarz-gelbe Verteilung der Zeichnungsfarbe, wobei in erster Linie die Intensität mit dem nötigen Glanz vielfach noch etwas fehlte.

 

Fazit

Insgesamt erlebten wir wieder eine prima Veranstaltung, wenn es vielleicht hier und da auch aufgrund relativ geringer Erfahrung der kleinen Mannschaft etwas „hakte“. Längst haben aber nicht alle Clubs die Herausforderung zur Ausrichtung einer solchen Schau angenommen, so dass bei Kritik durchaus Zurückhaltung geboten ist. 

Im vergangenen Jahr durften erstmals homozygote Tiere ausgestellt werden. Es waren nur sechs Tiere ausgestellt und ich wagte die Prognose, dass sie auf Großschauen „Mauerblümchen“ bleiben. Dies hat sich zwischenzeitlich durch die Bundesschau in Kassel mit drei ausgestellten Tieren und neun auf der jetzigen „Überregionalen“ durchaus bestätigt. Der züchterische Wert bleibt natürlich völlig unbestritten.

Deutsche Riesenschecken und Englische Schecken scheinen zurzeit jeweils im schwarz-weißen Farbenschlag die quantitativ aber auch qualitativ breit aufgestellte Spitze in der Scheckenzucht darzustellen.  Die anderen Farbenschläge hinken in beiden Rassen mehr oder weniger hinterher. Rheinische Schecken und Kleinschecken haben sich in den letzten Jahren im Typ gefestigt. Gespannt sein darf man in diesem Zusammenhang auf Argumente, warum eine Gewichtsanhebung sinnvoll sein soll. Die Zwergschecken setzen sich recht deutlich und vielfach im oberen Drittel der Gewichtsspanne unter Einbeziehung der Ohrenlänge von den Typenzwergen ab. Die beiden letzten „Überregionalen“  bestätigten jedoch bei nunmehr stabilen Zahlen, dass der große Boom vorbei ist. 

Die Arbeitsgemeinschaft der Scheckenzüchter ist nun wie auch andere Clubs gefordert, im Rahmen der anstehenden Standardüberarbeitungen sinnvolle und tierschutzgerechte Änderungsvorschläge zu unterbreiten, um die Basis zu schaffen, dass auch künftig unsere Scheckenrassen der „Hingucker“ auf allen Ausstellungen bleiben! In einer kurzen Besprechung auf der Schau wurde der „Fahrplan“ für die Vorgehensweise zur Erarbeitung der Änderungsvorschläge besprochen.

Abschließend möchte ich mich natürlich auch im Namen aller Aussteller bei den sächsischen Clubs und dem örtlichen Kleintierzuchtverein für die große Gastfreundschaft während der Schau herzlich bedanken. Gleichzeitig sollte aber auch schon Vorfreude auf die 43. „Überregionale“ am 14./15.10.2017 in Wallmerod bei Montabaur im Landesverband Rheinland-Nassau aufkommen!

 

Werner Winkens

 

 


 

41. Scheckenclub-Vergleichsschau 2015 in Filderstadt / Bernhausen

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100 Jahre Scheckenzucht im Schwabenland

 

Das 100-jährige Jubiläum des Scheckenclubs Württemberg und Hohenzollern liegt zwar bereits ein Jahr zurück. Da aber im vergangenen Jahr auch der Badener Club dieses Jubiläum feierte und die 40. Auflage der Schau ausrichtete, verständigte man sich bereits im Vorfeld auf diese Reihenfolge. Ja… in der Scheckenzucht „muss“ man die Feste feiern, wie sie fallen und es war uns wieder eine Freude daran teilnehmen zu dürfen und dies bereits zum 5. Male in Württemberg-Hohenzollern. In diesem Zusammenhang sind wir auch stolz darauf, dass es in der Arbeitsgemeinschaft der Scheckenzüchter überhaupt keine Probleme gibt, einen Ausrichter für diese Schau zu finden. Die Schauen waren im Vorfeld bereits bis 2018 gesichert und nunmehr wurde dem Scheckenclub Rheinland die Ausrichtung der Schau für 2019 anlässlich des 100-jährigen Clubjubiläums übertragen. Dies beweist den schon sprichwörtlichen Zusammenhalt in der Arbeitsgemeinschaft. Die teilweise schon Jahrzehnte anhaltenden Kontakte, die erfreulicherweise auch unter vielen unserer Partner gepflegt werden, tun dazu ein Übriges und so „muss“ man sich einfach einmal im Jahr zum großen Familienfest treffen.

Der Scheckenclub Württemberg und Hohenzollern hatte mit dem örtlichen Kleintierzuchtverein wieder einen ausgezeichneten Partner für die Gesamtabwicklung gefunden. Eine solche Allianz hat sich schon über viele Jahre hervorragend auch in anderen Landesverbänden gewährt, denn oft sind die Mitglieder des Clubs weit über die Region verteilt und vor Ort können dann viel Strukturen zur Anmietung von Hallen, zur Kontaktaufnahme mit Ehrengästen und zur Gestaltung der Veranstaltung gefunden werden. So bot die helle und schön dekorierte Rundsporthalle einen hervorragenden Rahmen für unser Festival. 

Das Überregionale Scheckenclub-Vergleichsschauen mehr als Rasse-Kaninchenschauen sind, habe ich schon zuvor ausgeführt. Zum Veranstaltungsrahmen gehört auch regelmäßig eine Präsentation der Region. So fand in diesem Jahr eine Bustour durch das „Ländle“ statt und Schloss Lichtenstein, das mit seiner herrlichen Lage zu Recht als das „Märchenschloss Württembergs“ bezeichnet wird und das Landesgestüt in Marbach standen auf dem Programm. Schon die Reiseleitung im Bus gab kurzweilige Informationen über Land und Leute. Spätestens im Landesgestüt wurde deutlich, dass in der Tierzucht die Kaninchen und auch die Züchter vergleichsweise in einer relativ kleinen und bescheidenen Welt leben, es allerdings durchaus auch viele Parallelen gibt. Zurück in Bernhausen begann der „Schwäbische Klönabend“ mit einem Vortrag über die Historie, den Anbau und die heutige Vermarktung eines nur in der Region angebauten Spitzkohls, dem Filder-Spitzkraut.  Natürlich war das schmackhafte Sauerkraut dann auch Teil der schwäbischen Schlachtplatte. Warme Leberwurst, Griebenwurst und Kesselfleisch mit Brot waren dann schon etwas Spezielles. Auch wenn der ein oder andere Gast etwas skeptisch beim Genuss war, gehört das meines Erachtens zur Präsentation einer Region, denn Schnitzel und Pizza bekommt man überall. Spätestens als Vorsitzender Ewald Dietz einige Flaschen regionalen Obstbrand ausschenkte, hatte er wieder Alle auf seiner Seite.

 

Ehrenringverleihung und Bekenntnis zur tierschutzgerechten Scheckenzucht 

Bei der Eröffnungsfeier am Samstagmorgen blickte Ewald Dietz auf eine prall gefüllte Ausstellungshalle und nahm die Gelegenheit wahr, neben zahlreichen Ehrengästen auch viele Scheckenfreunde aus den Nachbarländern zu begrüßen. Neben den später noch erwähnten Persönlichkeiten waren dies Dr. Christian Marquardt (Leiter des Veterinär- und Lebensmittel- Überwachungsamtes), Manfred Rommel (ZDRK-Schatzmeister und Ehrenvorsitzender des LV) nebst Gattin, Detlef Beckers (stv. Abteilungsleiter für Clubs im ZDRK), Hubert Müller (stv. Vorsitzender und Zuchtberater des LV), Gerd Kern (Vorsitzender der Preisrichter-Vereinigung Württemberg und Hohenzollern), Rainer Schweizer (Vorsitzender des KV Obere Filder) und Heinz Öhlrlich und Herbert Mei (beide Träger des goldenen Schecken-Ehrenringes). Klaus Baronowski, Abteilungsleiter für Clubs im ZDRK und Ute Hartmann, ZDRK-Club-Schriftführerin und stv. Abteilungsleiterin der Vereinigten Spezialclubs im LV Württemberg und Hohenzollern lobten den Club als Garant für vorbildliche Ausstellungen. LV-Vorsitzender Ulrich Hartmann begrüßte „alle Aktivposten, die unser Hobby in die Welt tragen“ und lobte die „bestfunktionierende Arbeitsgemeinschaft innerhalb des ZDRK“. In seiner Rede äußerte er sich ferner so klar und unmissverständlich zur Scheckenzucht, dass es für den Berichterstatter einer der Höhepunkte der Schau war und diese Worte nun im nachstehenden „Schaukasten“ nachzulesen sind:

 

(PS.: Ich schlage vor, hier auch das Bild P 1050010 (Ulrich Hartmann bei der Eröffnungsfeier) einzubauen und zu integrieren)

„Die Scheckenzüchter im ZDRK sind sich ihrer Verantwortung für eine der ältesten und schönsten Rassen, die wir in unserem Standard haben, bewusst. Einerseits den Schönheitsidealen verpflichtet, die sich im wunderschönen Zeichnungsbild der Zwerg- bis Riesenschecken zeigen, wissen sie auch sehr genau, dass die Tierschutzvorgaben unverhandelbar sind und sie in erster Linie den ihnen anvertrauten Tieren verpflichtet sind.

Dies ist eindrucksvoll zu beobachten, wenn man die ausgestellten Tiere in Augenschein nimmt und sich an den Zuchtergebnissen, die sich in hohen und höchsten Preisen niederschlagen, von Herzen freuen kann.

Kompliment und uneingeschränkte Anerkennung für diese Leistungen, die hier in Bernhausen unter der Regie des Schecken-Clubs Württemberg und Hohenzollern präsentiert werden.

Dass aber auch dunkle Wolken sinnbildlich den Schecken-Himmel verdüsterten, musste die gesamte Züchterschaft im ZDRK vor Jahresfrist fassungslos zur Kenntnis nehmen.

Umso mehr möchte ich meinen vollen Respekt und meine unterstützende Anerkennung dem Landesverband Weser-Ems aussprechen, der in einem schonungslosen und nicht leichten Aufarbeitungsprozess zeigte, dass die Selbstklärung in unseren Reihen funktioniert und von der Züchterschaft für gut geheißen, unterstützt und mitgetragen wird.“

Schließlich war es Herrn Oberbürgermeister Christoph Traub vergönnt, die Schau zu eröffnen. Er freute sich, dass es in einer weltpolitisch schweren Zeit Menschen gibt, die zeigen, was Heimat bedeutet und Traditionen bewahren. Nachträglich gratulierte er dem Club noch zu seinem 100-jährigen Bestehen und lobte die Zusammenarbeit zwischen dem örtlichen Kleintierzuchtverein und dem Club.

Traditionell hatte der Leiter des Arbeitskreises Josef Steinack die angenehme Aufgabe, auch in diesem Jahr wieder einen verdienten Züchter mit dem goldenen Schecken-Ehrenring auszuzeichnen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Wolfgang Knuth aus Südlohn in Westfalen. Wolfgang Knuth ist 71 Jahre alt und Gründungsmitglied des Scheckenclubs W 711 Sektion Münsterland. Seit 8 Jahren ist er Kassierer des Clubs und fungierte 2006 und 2013 als Ausstellungleiter der beiden Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen, die in seinem Heimatort ausgerichtet wurden. Zweifelsohne ist er der erfolgreichste Züchter des Clubs, war dreimal Deutscher Meister und stellte bereits mehre Siegertiere. Auf Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen wurde er mehrfach Rassemeister und -sieger und belegte oft vorderste Platzierungen in der Gesamtwertung. Etwas gilt es jedoch besonders herauszustellen: Alle, die Wolfgang Knuth kennen, schätzen seine ruhige, sachliche und bescheidene Art. Geradezu überwältigt von dieser Ehrung nahm unser Züchterfreund unter dem Applaus der Anwesenden die Ehrung entgegen.

 

Showtanzgruppe mischte Festabend sehr stimmungsvoll auf!

Obwohl fast alle Aussteller in umliegenden Hotels untergebracht waren, sorgte ein vom Ausrichter organisierter Bustransfer dafür, dass sich am Samstagabend rechtzeitig fast 300 Gäste zum Züchterabend in einer schmucken Mehrzweckhalle in Sielmingen einfanden. Nach der Begrüßung durch den Ausstellungsleiter sorgte der ortsansässige Kleintierzuchtverein für ein zügiges und wohlschmeckendes Abendessen. Anschließend fand die Siegerehrung für die höchsten Preisträger statt. Der ganze Abend wurde durch einen Alleinunterhalter, der hervorragend auf das Publikum einging, untermalt. Als schließlich die Showtanzgruppe „Fleggahexa“ auftrat und sich nach einer kurzen „Stärkung“ in der Sektbar unter das Publikum mischte, „stand die Halle Kopf“. Mit Singen, Schunkeln, Tanzen und Polonaisen verging der Abend im Flug und Viele machten sich weit nach Mitternacht auf den Heimweg. Als rheinischer Berichterstatter sah ich mich schon in der 5. Jahreszeit. So sollte es bei einem Fest unter Freunden auch sein!

Wie eben schon gesagt, erfolgte auf dem Festabend die Ehrung der Hauptpreisträger. Dabei ist zweifellos die Clubwertung das herausragende züchterische Ziel. In diesem Jahr gewann der Club aus Hannover mit 1167,0 Pkt. punktgleich vor den Gastgebern, Bayern (1166,0 Pkt.), Baden (1164,5 Pkt.) und Westfalen (1164,0 Pkt.). So eng ist es schon lange nicht mehr zugegangen und zeigt letztlich die Breite und Geschlossenheit der Spitzenzuchten in vielen Landesverbänden! Die beste Gesamtleistung eines Züchters, vergeben auf 6 Tiere,  hatte Wolfgang Knuth (ESch, schw.-weiß, 582,0 Pkt.), gefolgt von Werner Bartaune (ESch, schw.-weiß, 581,5 Pkt.), Marcus Turk (ESch, bl.-weiß, 581,5 Pkt.), ZG Holzer-Schneider (DRsch, schw.-weiß, 581,5 Pkt.) und Walter Gruber (DRsch, schw.-weiß, 581,5 Pkt.). Auch hier gab es eine bisher nie gesehene Dichte. Wolfgang Knuth zeigte ferner mit 98,0 Pkt. den besten Rammler der Schau und die beste Häsin hatte Franz-Josef Neumann auf DRSch schw.-weiß mit ebenfalls 98,0 Pkt. Die Rassemeister und -sieger werden im nachstehenden Bericht bei den jeweiligen Rassen und Farbenschlägen genannt.

 

Rassen und Farbenschläge in der Kritik

Zur Schau waren 1.324 Tiere von 179 Züchterinnen und Züchtern gemeldet. Damit wurde trotz Tierzahlbegrenzung exakt das Vorjahresergebnis erzielt. Klar, dass alle Scheckenrassen in allen zugelassenen Farbenschlägen vertreten waren… erstmals auch die homozygoten Schecken auf die ich später noch näher eingehen werde. Die Bewertung erfolgte wie seit vielen Jahren im ABCD-Modus von Preisrichtern, die selbst Scheckenzüchter sind und auch die Obleute Jens Jadischke, Gerd Kern, Johann Vrielink, Günther Möller und Detlef Beckers sind Mitglieder in Scheckenclubs. Generell kann festgehalten werden, dass es eine harmonische Bewertung war und auch keinerlei gravierende Auffälligkeiten angemahnt wurden. Sie leistete dadurch zweifellos auch einen kleinen Beitrag dazu, dass die Scheckenzucht wieder in „ruhigeres Fahrwasser“ kommt!

 

Deutsche Riesenschecken

Statistisch nehmen leider die Großrassen ab. Altersstruktur der Züchter, Platzmangel und Futterkosten sind einige der Ursachen. Erfreulicherweise ist diese Tendenz an den Deutschen Riesenschecken, unabhängig vom Farbenschlag, auf den Überregionalen nicht erkennbar. So begann in diesem Jahr der Rassereigen wieder mit stattlichen 240 Deutschen Riesenschecken, schwarz-weiß. Es war nicht nur die zahlenmäßig stärkste Rasse. Sie zeigte auch im Gesamtbild das höchste Niveau, was in 28 v-Tieren zum Ausdruck kam, darunter auch die mit 98 Pkt. bewertete beste Häsin der Schau von Franz-Josef Neumann. Zwar gab es immer noch einige Tiere, die nur soeben das Normalgewicht erreichten und dann auch kaum über 16 cm Ohrenlänge kamen. Anderseits scheint mir, dass das Streben nach immer großrahmigeren Tieren ein Ende gefunden hat. Tiere mit 7 bis 7,5 kg und einer Ohrenlänge von 17,5 cm waren zahlreich vertreten. Bei leichter Streckung und gutem Stand verkörperten sie auch den gewünschten Rassetyp, so dass recht häufig die 19,5 vergeben wurde.  Allen voran setzte hier Walter Gruber ein Zeichen und erzielte diese Traumnote gleich viermal. Mit 485,0 Pkt. wurde er 3. Rassemeister und seine Siegerhäsin erzielte 97,5 Pkt. Punktgleich kam Franz-Josef Neumann auf den 2. Platz. Zwar sollte in vielen Zuchten das Fellhaar etwas kürzer werden. Dafür sah man jedoch reihenweise vorzügliche Kopfzeichnungen, tolle Aalstriche und satte Farben. Den besten Gesamteindruck über alle Positionen, auch unter Berücksichtigung des ausgesprochen gekonnten Schaufertigmachens, hinterließen die Tiere der ZG Holzer-Schreiber. Dass Ohren von 18,5 cm auch noch eine tolle Struktur haben können, zeigte nicht nur der Siegerrammler der ZG (97,5 Pkt.). Die Südtiroler wurden mit 485,5 Pkt. 1. Rassemeister. Auf absolutem Top-Niveau standen ebenso die Tiere von Norbert Leitner, der 4 v-Tiere hatte. Neben den Genannten zeigten v-Tiere: Michael Diefenbach (2x), Holger Dahlem (2x), Ralf Conzelmann, Hans-Peter Kähling, Alfred Freudemann(2x), Josef Fischnaller, Werner Magg, Ludwig Maier und Detlef Kratzke. 

Die 46 Deutschen Riesenschecken, blau-weiß, waren qualitativ verbessert. Sah man in den letzten Jahren viele kleinrahmige Tiere und zahlreiche farbliche Mängel, konnten in den verschiedenen Zuchten zumindest Teilerfolge erzielt werden. Hermann Abeling zeigte Tiere  sehr schöne Rumpfzeichnungen und prima Farben. Mit 482,0 Pkt. wurde er 2. Rassemeister. Deutlich die besten Tiere zeigte Marcus Kling. Sie wären mit einem Gewicht zwischen 7,2 und 7,6 kg und einer Ohrenlänge von 17,5 bis 18 cm sogar im schwarz-weißen Farbenschlag absolut konkurrenzfähig gewesen. Auch die Läufe konnten sich sehen lassen und ein 14,5er Fellhaar bei seinem vorzüglichen Siegerrammler lies keine Wünsche offen. Eine tolle Gesamtleistung! Dagegen fielen die Tiere des Drittplatzierten Klaus Schipper mit 480,0 Pkt. schon etwas ab. Ewald Dietz stellte einen feinen Altrammler, der 97,0 Pkt. machte. 

Begeistert hat mich in den letzten Jahren die positive Entwicklung der Deutschen Riesenschecken, havannafarbig-weiß.  6 Aussteller zeigten 47 Tiere. Vom Typ her habe ich kaum noch Unterschiede zu den „schwarzen Vettern“ gesehen. Vor allem Walter Gutheber hatte mehre Tiere von über 8 kg. Zwei v-Tiere waren die Basis für 482,5 Pkt. in der Meisterschaft (3. Platz). Im Rassewert zeigte Hans Ströhle deutlich bessere Tiere. Vor allem sah man hier eine reine Zeichnungsfarbe an den Ohrenrändern und auf der Blumenoberseite, gleichmäßig breite Aalstriche und schön verteilte Seitenflecken. Die Siegerhäsin repräsentierte mit 97,5 Pkt. diese Eigenschaften ganz vorzüglich und zeigte darüber hinaus eine Fellhaarstruktur vom Feinsten (14,5 Pkt.). Er wurde mit 483,5 Pkt. 1. Rassemeister. Thomas Hengeler belegte mit sehr ansprechenden und in den Positionen ausgeglichenen Tieren mit 482,0 Pkt. den 3. Platz.  Insgesamt sah man vereinzelt noch Rassevertreter mit etwas zu langem Fellhaar. Auch die Größe der Seitenflecken und deren Verteilung entsprechen noch längst nicht dem Ideal. 

 

Rheinische Schecken

Im vergangenen Jahr hatte ich bei den Rheinische Schecken, die in diesem Jahr mit 133 Rassevertretern an den Start gingen, die Länge des Fellhaares in den Focus gestellt. Grund hierfür war und ist das oft anzutreffende lange Fellhaar, das Zeichnungen verwaschen erscheinen lässt. In wenigen Zuchten habe ich diesbezüglich Verbesserungen gesehen. Vor allem möchte ich da die Tiere von Heinz Öhrlich hervorheben. In Scheckenzüchterkreisen kennt man das „Vater-Sohn-Verhältnis“ zwischen Heinz Öhrlich und Jens Jadischke und so ist die Annäherung der Fellhaarstruktur sicherlich kein Zufall. In diesen beiden Zuchten muss man neben sehr guten Fellen auch klare und leuchtende Zeichnungsfarben in Schwarz und Gelb hervorheben. Jens Jadischke wurde mit 484,5 Pkt. 1. Rassemeister vor Heinz Öhrlich mit 483,5 Pkt. Auch die Tiere der Drittplatzierten Rosemarie Schrapp (483,0 Pkt.) konnten voll überzeugen und zeigten vor allem sehr saubere, gleichmäßig breite Aalstriche bei guter Farbverteilung. Die beiden Siegertiere kamen mit 97,5 Pkt. von Jens Jadischke und Friedrich-Wilhelm Gerberding-Meyer. In der Breite gilt es neben dem Fellhaar noch die Ohrstruktur und den Auftritt zu verbessern. Neben den Genannten hatten Michael Büscher, Andre Fink und Hans-Dieter Waldraff je ein v-Tier.

 

Kleinschecken

Bei den Kleinschecken und zwangsläufig auch bei 167 Kleinschecken, schwarz-weiß, ist der Rassetyp ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal. Als einzige Scheckenrasse hier der gedrungene und walzenförmige Körper mit kräftigem, kurzem Kopf und kräftigen Läufen gefordert. Um es vorwegzunehmen: Die hier typischsten Zuchtlinien platzierten sich meines Erachtens nicht. Aber die Bewertung unserer Rassekaninchen umfasst nun mal 7 Positionen und Körperform, Typ und Bau ist nicht alles… wenngleich die Basis. Auch muss man sachlich feststellen, dass manchmal schöne Kopf- und Ohrstrukturen dem etwas zu langen Fellhaar geschuldet werden. So zeigten die ZG Sylvia und Winfried Schreiber und zum Teil auch Alfred Menzel, Kurt Vierheller, Walter Willems und Horst Gebardt diese Typen, konnten sich in anderen Positionen jedoch nicht gegen die drei Erstplatzierten durchsetzen. An der Spitze stand in diesem Jahr Jürgen Hansert mit 484,5 Pkt., gefolgt von Jörg Stünkel (484,0 Pkt.) und Andreas Langelage (483,0 Pkt.). Bei Jürgen Hansert sah man feine Kopfzeichnungen und kleine freistehende Seitenflecken. Die Tiere von Jörg Stünkel waren recht knapp im Gewicht und teilweise etwas schmal bzw. verjüngt. Aber auch hier stimmte der Rassewert ebenso wie bei Andreas Langelage, dessen Tiere gegenüber dem Vorjahr im Typ deutlich verbessert erschienen. Er belegte mit 483,0 Pkt. den 3. Platz. Der Siegerrammler kam mit 97,5 Pkt. von Jürgen Hansert und die Siegerhäsin, eine im Rassewert vorzügliche Vertreterin, hatte mit 97,0 Pkt. Anne Feegers. Die Züchter Bodo van der Heyden, Kurt Vierheller, Walter Willems und Hans Ellenberg zeigten neben den Genannten je ein v-Tier.

Weil einige etablierte Züchter fehlten, waren in diesem Jahr nur 48 Kleinschecken, blau-weiß, ausgestellt. Zum Teil sah man etwas schmale und lange Tiere und auch die Kopf- und Ohrstruktur ließ in einigen Zuchten Wünsche offen. Dies galt auch für die Tiere des Drittplatzierten Andreas Lang (480,5 Pkt.). Armin Fieberg zeigte für mich die schönsten Tiere, was bei etwas mehr Schaufertigmachen auch sicherlich auch noch mehr honoriert worden wäre. Er hatte deutlich die besten Typen wobei ich seinen Siegerrammler, der 97,5 Pkt. machte, als eines der schönsten Tiere der Schau herausstellen möchte. Das Tier hatte fantastische Kopf- und vor allem Ohrstrukturen und auch der Rassewert war vom Feinsten. Darauf kann man eine Zucht aufbauen! Mit 480,5 Pkt. belegte er den 2. Platz in der Meisterschaft. Den 1. Platz sicherte sich Peter Martin  mit 483,0 Pkt. Seine Tiere zeigten einen prima Rassewert und vor allem war die Rumpfzeichnung ganz hervorragend. Auch in der Zucht von Andreas Lang sah man feine Tiere, darunter ein v-Tier.

Es folgten 65 Kleinschecken, havannafarbig-weiß. Punktemäßig gab es hier mit Vergleich zu den letzten Jahren in der Gesamtheit einen kleinen „Absturz“ und kein Tier wurde mit vorzüglich bewertet. Zwangsläufig stellt sich die Frage, ob die Tiere schlechter geworden sind oder die Preisrichter in der einen oder anderen Entscheidung etwas härter und konsequenter gewesen sind? Ich neige zum Letzteren und ergänze dies damit, dass ich glaube, dass dieser Farbenschlag in den letzten Jahren vielleicht auch etwas „hochgepuscht“ worden ist. Wie dem auch sei. Tatsache ist, dass etliche Tiere recht langes, dünnes Fellhaar und Durchsetzungen der Zeichnungsfarbe zeigten und leider auch in einer Zucht der Pflegezustand der Tiere sehr zu wünschen ließ. Letztlich setzten sich aber die Zuchten durch, die seit Jahren führend sind: Michael Löhr wurde mit 479,0 Pkt. 1. Rassemeister, gefolgt von Josef Steinack (478,5 Pkt.) und Jörg Stünkel (478,5). Die Siegertiere zeigten mit je 96,5 Pkt. Josef Steinack und Josef Frick.

 

Englische Schecken

Nach den Deutschen Riesenschecken, schwarz-weiß, waren 159 Englischen Schecken, schwarz-weiß, wie so oft in der Historie die zweitstärkste Rasse und standen auch auf ähnlich hohem Niveau. Auffallend ist aber, dass trotz der großen Verbreitung seit einem Jahrzehnt die Rasse „in der Hand“ von 5 bis 7 Züchtern ist und leider kaum jemand diese Gruppe so richtig aufmischen kann… zumindest nicht, wenn mehrere Tiere in die Wertung kommen. Dies ist an sich unverständlich, da keiner der Züchter auf einem „hohen Thron“ sitzt und keine Tiere abgibt. Körperform, Typ und Bau sind in vielen Linien gefestigt, wenn gleich auch etwas unterschiedlich. Einige Züchter bevorzugen den sportlichen etwas (mehr) gestreckten Typ, andere den etwas kräftigeren und dabei sage bewusst nicht gedrungenen. Es war zu beobachten, dass die Preisrichter zu recht auf feine gleichmäßige Begrannung ihr Augenmerk richteten, denn langes Grannenhaar lässt insbesondere bei Englischen Schecken, die eine Vielzahl von kleinen Seitenflecken haben,  erheblich die Farbe verschwommen und blass wirken. Während der in den letzten Jahren überragende Wolfgang Knuth im letzten Jahr nicht ganz so starke Tiere zeigte, waren diese in diesem Jahr unumstritten wieder eine Klasse für sich. Ich habe erst selten einen so schönen ESch-Rammler in diesem Farbenschlag gesehen wie sein Tier, das zum besten Rammler der Schau gekürt würde. Er machte zu Recht 98,0 Pkt. Im Übrigen waren seine Tiere ganz vorzüglich in der Rumpfzeichnung und 485,5 Pkt. bedeuten die Rassemeisterschaft. Jedes Jahr auf`s Neue bin ich beeindruckt, wie Werner Bartaune es schafft, 8 bis 10 Rassevertreter auszustellen, die allesamt genial in der Schablone stehende Ketten- und  Seitenflecken zeigen und dazu eine Kopfzeichnung, die durch sehr schön tiefliegende Backenpunkte und völlig übergangslose Ohrenzeichnungen gekennzeichnet sind. Zudem bekamen seine Tiere achtmal eine 14 und einmal eine 14,5 im Fellhaar. Er wurde mit 485,0 Pkt. 2. Rassemeister und hatte mit 97,5 Pkt. auch den Siegerrammler. Dahinter platziert sich Michael Löhr mit 483,5 Pkt. und zeigte darüber hinaus die Siegerhäsin (97,5 Pkt.), die mit einer 14,5 im Fellhaar hervorgehoben wurden. V-Tiere kamen ferner von Etienne Klotz, Werner Winkens, Erik Büscher, Josef Kivilip und Rolf Appenzeller.

Als nächsten Farbenschlag sahen wir 82 Englische Schecken, blau weiß. Im Vergleich zum Vorjahr waren sie sehr zahlreich vertreten. Auch habe ich schon qualitativ deutlich schlechtere Konkurrenzen gesehen, wobei vor allem die Streuung in der Rumpfzeichnung recht groß war. Eine positive Ausnahme hiervon waren die Tiere von Franz Wimmer, die auch sehr gute Farben zeigten und prima Typen verkörperten. Er wurde 3. Rassemeister mit 483,0 Pkt. Dabei habe ich ihn in der sicherlich etwas globalen Gesamtbetrachtung zumindest auf gleichem Niveau wie die beiden Erstplatzierten gesehen. Erstmals wurde Marco Wachter 2. Rassemeister (484,5 Pkt.). Seine Tiere waren etwas voller gezeichnet, hatten perfekt schaufertig gemachte Augenringe und Ohrenansätze und zeigten gute Farben. Auffallend waren die teilweise recht „sportlichen“ Kopf- und Ohrstrukturen. Mit 485,5 Pkt. meldete sich Marcus Turk auf dem 1. Platz zurück. Seine Tiere haben sich in den letzten Jahren deutlich in der Farbe verbessert und vorzügliche Typen und sehr gute Fellhaarstrukturen gehören schon lange zu seiner Linie. Vor allem der Siegerrammler (97,5 Pkt.) beeindruckte in diesen Punkten und erzielte eine 19,5 in Pos. 2. Positiv auffallend war das gute Gewicht von 3 kg in allen drei genannten Zuchten. 

 

Ich kann mich nicht daran erinnern nur 74 Englische Schecken,  thüringer-weiß, auf einer Überregionalen gesehen zu haben. Es ist zu hoffen, dass dies nicht die Kapitalisation vor einem „Überzüchter“ ist!? Es gab Jahre, da waren die thüringer-weißen zahlenmäßig stärker vertreten als die schwarz-weißen Rassevertreter und nun haben selbst die blau-weißen Tiere mehr Anhänger gefunden. Auch scheint mir die Qualität etwas gesunken zu sein, denn selbst der Drittplatzierte Claus Paukel (482,5 Pkt.) stellte kein v-Tier. Seine Tiere waren in der Seite teilweise etwas grob gezeichnet. In der Zucht von Karl-Heinz Himpel sah man eine deutlich positive Entwicklung. Seine Tiere erhielten allesamt eine 19,0 in Pos. 2 und zudem zeigte er den Siegerrammler mit 97,0 Pkt. Insgesamt kam er auf 483,5 Pkt. und wurde 2. Rassemeister. Dennoch gab es auch in diesem Jahr wieder einen Klassensprung zu den Tieren von Bernd Schückle. Hatte er noch vor einigen Jahren eine kleine Schwäche im niedrigen Gewichtsrahmen, gehört dies wohl auch der Vergangenheit an. Wie aus dem „Ei gepellt“ wirken die fantastischen Kopf- und Rumpfzeichnungen, die durch kurze und griffige Fellhaarstrukturen wieder einmal richtig zur Geltung kamen. Sein Siegerrammler ließ mit 97,5 Pkt. wieder jedes Züchterherz höher schlagen! In diesem Farbenschlag sah man noch recht viele Tiere mit etwas „plattiger“, nicht in der gewünschten Schablone stehenden Ketten- und Seitenflecken und manche Tiere waren auch recht dunkel. Gewünscht ist die gelbbraune Farbe mit einem rußfarbigen Anflug an den kurzbehaarten Zeichnungsmerkmalen am Kopf, ebenso an den Schenkeln. 

 

Die Englischen Schecken, dreifarbig-weiß, haben zwischenzeitlich ihren festen Züchterstamm gefunden. 45 Rassevertreter konnten durchweg mit leichten Abstrichen in der Rumpfzeichnung und Farbe gefallen. Die beiden führenden Zuchten der letzten Jahre setzten sich auch in Bernhausen wieder durch. Philippe Eckstein wurde mit 483,0 Pkt. 1. Rassemeister vor Thomas Schmidt (482,5 Pkt.). Ein Gewichtsrahmen von über 3 kg, prima Typ und Fellhaar und klare, satte Farbe zeichnete die Tiere des Erstplatzierten aus. Die Rassevertreter von Thomas Schmidt  waren ebenfalls in der Körperform und im Fellhaar ausgesprochen gut, zeigten aber nicht so schön die fein punktierte und mehrreihige Kettenpunkte und waren insgesamt etwas „voller“ gezeichnet. Diese Eigenschaften hatte auch Siegerhäsin, die 97,0 Pkt. machte. Mit 479,5 Pkt. fielen die Tiere des Drittplatzierten Gregor Schwahn schon etwas ab. Teilweise sah man eine aufgelockerte Rumpfzeichnung. Allerdings war aufgrund wenig gelber Zeichnungsfarbe die Kopfzeichnung recht dunkel. Erfreulicherweise tauchte nach einigen Jahren züchterischer Pause Franz-Josef Thelen mit einem sehr ordentlichen Ergebnis wieder auf. Er hatte in den Anfängen diesen Farbenschlags dominiert.  

 

Zwergschecken

Dass Dieter Heuschele der „Zwergscheckenpapst“ schlechthin ist, müsste jedem Leser der Berichte über Großschauen bekannt sein. Dass er nun aber zum ersten Male in drei Farbenschlägen die Meisterschaft mit nach Öhringen nahm, ist bisher einmalig und muss als alles überragende Leistung gewürdigt werden! Doch nun der Reihe nach. Nach einem kleinen Durchhänger im vergangenen Jahr stellten sich wieder 63 Zwergschecken, schwarz-weiß, dem Preisrichterurteil. Wie in keinem anderen Farbenschlag der Zwergschecken war hier der Größenrahmen am unteren Ende der relativ großen Gewichtsspanne (Normalgewicht zwischen 1,4 und 1,8 kg) angesiedelt. Vor allem bei Dieter Heuschele sah am überwiegend „richtige“ Zwergtypen, wenngleich man auch akzeptieren sollte, dass die Standardkommission seinerzeit aufgrund der bewusst groß gewählten Gewichtsspanne eine auch aus tierschutzrechtlichen Gründen gezielte Abgrenzung von den Hermelin und  Farbenzwergen haben wollte! Verbunden mit hervorragendem Fellhaar und feinem Rassewert kam Dieter Heuschele auf stolze 484,0 Pkt. in der Rassemeisterschaft und lag damit klar vor Josef Konrad (480,5 Pkt.). Bei einigen seiner Tiere fielen die relativ kleinen freistehenden Seitenflecke auf, die leider im Standard unrealistisch groß mit einem Durchmesser von 2 bis 3 cm beschrieben sind. Bei erwünschten 5 bis 7 Seitenflecke würde dies zu einem beinahe schwarzen Schenkel führen!  Als 3. Rassemeister platzierte sich Klaus Augustinowitz (479,5 Pkt.). Einige seiner Tiere hatten etwas grobe Augenringe oder stumpfen Dorn. Die Siegerhäsin (97,0 Pkt.) zeigte Manfred Schmitz mit einem vorzüglichen Fellhaar (14,5 Pkt.). Dagegen bestach der Siegerrammler (97,5 Pkt.) von Dieter Heuschele als Vertreter einer tollen Körperform- und Typenlinie.  Auch Inge Wiegner stellt ein V-Tier.

 

Bei den 37 Zwergschecken, blau-weiß, kam es zum gleichen Zieleinlauf wie im schwarz-weißen Farbenschlag. Überzeugende Typen mit tollen Kopf- und Ohrstrukturen (in einer Länge von 6,5 bis 6,8 cm) sah man in beiden Zuchten. Dass beide Züchter durch perfektes Schaufertigmachen auch im Rassewert noch den ein oder anderen halben Punkt herausholen, ist kein Geheimnis. Dieter Heuschele erzielte 484,0 Punkte in der Meisterschaft und kam damit knapp vor Josef Konrad mit 483,5 Pkt. ins Ziel. Er hatte die Siegerhäsin mit 97,5 Pkt., ein kompaktes kleines Tier mit gutem Aalstrich und kleinen Seitenflecken. Mit recht deutlichen fünf Punkten Rückstand folgte Inge Wiegner als 3. Rassemeister. Selbstverständlich gönne ich den beiden schon mehrfach genannten Spitzenzüchtern ihre unstreitig begründeten Erfolge, hoffe aber im Interesse der Rasse, dass es in absehbarer Zeit mal den ein oder anderen Idealisten gibt, der sich sehr intensiv dem schwarzen und blauen Farbenschlag widmet. 

 

Die Zwergschecken, havannafarbig-weiß, haben sich in den Jahren verbessert, wenngleich  es auch in diesem Jahr wieder einige, vor allem in der Rumpfzeichnung sehr schwache Tiere gab. Auch die Fellhaarstruktur ließ deutliche Wünsche offen. Schade, dass einer der wenigen langjährigen Züchter, nämlich Ottokar Drechsler, zum letzten Male auf einer Überregionalen ausstellte und nochmals mit 481,0 Pkt. den 2. Platz in der Meisterschaft belegte. Feine Farben und prima gleichmäßig breite Aalstriche zeichneten seine Tiere aus. Nur Dieter Heuschele konnte das übertreffen und zwar in erster Linie durch den Siegerrammler, der 97,0 Pkt. machte. Es war ein toller Typ mit sehr guten Ohrstrukturen und einem Rassewert, der auch im schwarz- oder blau- weißen Farbenschlage „seinen Mann“ gestanden hätte. So einen schönen Rassevertreter habe ich noch nie gesehen. Jens Günther wurde mit 478,5 Pkt. 3. Rassemeister. Die insgesamt schönen Tiere waren leider etwas durchsetzt, was zum Teil durchaus mit etwas Schaufertigmachen optisch hätte verbessert werden können. 

 

Die Ausstellung machte deutlich, dass es die Zwergschecken, thüringer-weiß, ein Jahr nach ihrer Anerkennung schwer haben werden. Nur zwei Aussteller zeigten 9 Tiere, diese allerdings in überragender Qualität. Prima Typen mit einem Gewicht von rd. 1,5 kg und Ohrlängen um die 6,8 cm ließen keine Wünsche offen. Dazu sah man durchgängig bei allen Tieren kurze und dichte Fellhaarstrukturen und die Aalstriche waren wie mit dem Lineal gezogen. Leider konnte weder ein Rassemeister noch ein Sieger vergeben werden. Günter Hausler stellte 4 hv-Tiere und mit 97 Pkt. einen wunderschönen Altrammler. Aber auch Gisela Köck setzte mit dem einzigen Tier, das sie ausstellte einen Glanzpunkt (97,0 Pkt.). Hoffentlich finden beide künftig „Mitstreiter“, denn die Basis für einen sehr guten Farbenschlag ist zweifellos da!

 

Von den 64 Zwergschecken, dreifarbig-weiß, war ich im Vergleich zu letzten Jahren etwas enttäuscht. Einige starke Zuchten vergangener Jahre wurden schon sehr vermisst. Der Gewichtsrahmen wurde voll ausgenutzt. Ein Tier mit einem zulässigen Normalgewicht von 1,4 kg erscheint fast als andere Rasse wenn es neben einem Rassevertreter mit dem höchst zulässigen Normalgewicht von 1,8 kg sitzt. Auch farblich sah man neben sehr hellen (gelben) Tieren andere, bei denen die schwarze Zeichnungsfarbe deutlich überwog. Letzteres war leider auch ein Merkmal eines im Typ fantastischen Altrammlers von Otmar Pötz, der mit 97,0 Pkt. den Sieger machte. In der Rassemeisterschaft lagen Anne Meinema (480,5 Pkt.), Falko Freund (480,5 Pkt.) und Volker Günther sehr nahe beieinander, wobei für mich der Erstplatzierte recht deutlich die besten Typen und Rumpfzeichnungen stellte. Zudem waren seine Tiere kaum schaufertig gemacht. Mit 96,5 Pkt. stellte er auch die Siegerhäsin.

 

Homozygote vollpigmentierte Schecken auf Ausstellungen nur „Mauerblümchen“?

Auf der diesjährigen Überregionalen durften erstmals die ab 01.10.2015 zugelassenen homozygoten vollpigmentierten Schecken ausgestellt werden. Diese Standardänderung bzw.-erweiterung ist Ausfluss des Gutachtens vom 02.06.1999 zur Auslegung von § 11 Tierschutzgesetz, das bereits im Jahre 2000 die ZDK-Standardkommission veranlasste, Empfehlungen und Beschlüsse zur Verbesserung tierschutzgerechter Zucht von Rassekaninchen herauszugeben. Bei den Punktschecken ging es darum, homozygote Weißschecken (sog. Chaplins) durch die Verpaarung von heterozygoten Typenschecken mit einfarbigen Tieren zu vermeiden. Trotz anfänglicher Skepsis an der Basis gelang es einerseits durch Aufklärung der Züchterschaft, andererseits aber durch Dokumentationen der Zuchtpraxis gegenüber den Behörden, eine „Beruhigung“ herbeizuführen. Letztlich verblieb seitens der Züchter aber immer die Forderung, in Konsequenz zu dieser Zuchtempfehlung, auch einfarbige Tiere zuzulassen.  Das erste Ergebnis auf einer Großschau konnte nun in Bernhausen betrachtet werden. Ewald Dietz stellte einen Rammler Deutsche Riesenschecken, blau homozygot, Thomas Schmidt drei Englische Schecken, dreifarbig homozygot und Manfred Sylvester einen Zwergschecken, dreifarbig homozygot. Es war auch für die Preisrichter Neuland, die Standardforderungen umzusetzen. So gab es vor allem bei der Farbe noch Informations- und Abstimmungsbedarf. Die so bewerteten Tiere erzielten allesamt 95,0 bis 95,5 Pkt. und waren auch von Körperform, Typ und Bau und dem Fellhaar nicht so beschaffen, dass hervorragende Ergebnisse zustande kommen mussten. Es war eben ein erster Anlauf! Doch wie geht es nun weiter? Meiner Meinung nach muss man die Zulassung zweigeteilt sehen: Einerseits ist sie absolut konsequent. Diese Tiere werden sicherlich auch dazu beitragen, die Farbpalette insbesondere auf kleineren Ortsschauen zu erweitern, denn viele Züchter verfügen überhaupt nicht die Anzahl gut gezeichneter Schecken, um den Wünschen der Ausstellungsleitungen nach mehr Tieren gerecht zu werden. Andererseits bin ich mir sicher, dass die homozygoten Tiere auf Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen oder Landes- und Bundesschauen nie eine nennenswerte Rolle spielen werden, denn Scheckenzüchter wollen punktierte Tiere ausstellen und keine „blauen oder schwarzen Riesen, Japaner, Alaska oder blaue Farbenzwerge“. Hierzu bietet der Standard deutlich bessere Alternativen! Wie dem auch sei, der züchterische Wert solcher Tiere ist unbestritten und viele Scheckenzüchter setzten solche Tiere seit jeher regelmäßig zur Zucht ein. Dies ist genetisch und tierschutzrechtlich entscheidend! 

Auch in diesem Jahr möchte ich mit einer kleinen Gesamtbetrachtung schließen. Insgesamt war es wieder eine sehr gute Veranstaltung in einem würdigen Rahmen mit einem sehr stimmungsvollen Züchterabend. Die Deutschen Riesenschecken in allen Farbenschlägen stellten für mich ganz klar die qualitative Spitze dar, die durch die Preisrichtergruppe nebst Obmann erst recht zum Highlight wurde. Während Rheinische Schecken und Englische Schecken auf üblichem Niveau standen gab es bei den Kleinschecken durch die „Züchterbrille“ einige kritische Ansätze, die aber in der Regel durchaus relativierbar waren. Bei den Zwergschecken scheint mir der große Boom sowohl in der Qualität als auch Quantität etwas abgeflacht zu sein. In einigen Rassen Farbenschlägen habe ich Tiere gesehen, bei denen meines Erachtens seitens der Preisrichter mit Position 7 „Pflegezustand“ viel zu locker umgegangen wird. Dies habe ich auch schon auf anderen Ausstellungen beobachtet. Man sollte sich vor Augen führen, dass Position 7 eine Position wie jede andere ist. Hier sieht man fast nie einen Punktabzug, obwohl es gravierende Unterschiede im Pflegezustand gibt. Diesen kann man auch nicht ein paar Tagen vor der Ausstellung herbeizaubern. Züchter, die ihre Tiere in einem absoluten Top-Pflegezustand halten und oftmals auch mit ihren Zuchtanlagen das Aushängeschild unserer Organisation sind, werden leider häufig mit solchen gleichgestellt, die drei Tage vor der Schau nur die Krallen schneiden. Dabei lasse ich in aller Regel auch nicht die Argumentation gelten, dass dieses oder jenes wohl auf dem Transportweg passiert sein könnte. Auch hier kann man durch ordnungsgemäße Transportbehältnisse vorbeugen. Pflegezustand muss sich ein Züchter erarbeiten. Es ist gelebter Tierschutz an 360 Tagen im Jahr!

Mit einem herzlichen Dank an Ausstellungsleiter Ewald Dietz und seiner „Truppe“, verstärkt durch den örtlichen Kleintierzuchtverein, möchte ich mich sicherlich auch im Namen aller Aussteller und Gäste für ein sehr schönes Wochenende im Schwabenland bedanken.  Natürlich darf abschließend auch der Ausblick nicht fehlen, denn „nach der Schau ist vor der Schau“. Die nächste Überregionale Scheckenclub-Vergleichsschau richtet der Scheckenclub Sachsen am 08. und 09. Oktober 2016 in Schönbach (Oberlausitz) aus. 

 

Werner Winkens